VBZV-Newsletter 15/2026
- Weimer warnt vor „Mediazid" durch Big Tech
- BLM eröffnet erstes KI Reallabor für die Medienbranche in Bayern
- Tag des Lokaljournalismus 2026: Town Hall Meeting mit Bundeskanzler Friedrich Merz und #TDL App gestartet
- Video-Berichterstattung im Lokaljournalismus: Verlag Nürnberger Presse etabliert neues Livestream-Format
- Rheinische Post testet KI basiertes Audio News Format mit der dpa
- Mediengruppe Pressedruck stellt sich neu auf
- Änderungen beim Verband Nordwestdeutscher Zeitungsverlage und Digitalpublisher
- Herbert Quandt Medien-Preis für Beitrag aus den Oberpfalz Medien
I. Medienpolitik
Weimer warnt vor „Mediazid" durch Big Tech
Der Staatsminister für Kultur und Medien Wolfram Weimer hat bei der Eröffnung der Medientage Mitteldeutschland in Leipzig am 22. April 2026 vor einer existenziellen Gefährdung klassischer Medien gewarnt. Die Medienlandschaft befinde sich nicht in einem Wandel, sondern in einem „Achsbruch". Aus Verlegerkreisen habe er dafür die Vokabel „Mediazid" aufgegriffen, die das Sterben der Medien durch den digitalen Strukturwandel beschreibe.
Plattformen akkumulierten Werbegelder, Aufmerksamkeit, Daten und technologische Kompetenz, sagte Weimer. Dadurch fehle die Refinanzierung von Journalismus und Meinungsvielfalt. Beschleunigt werde der Prozess durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz, etwa durch KI-Zusammenfassungen, die die Weiterleitung auf Verlags-Websites reduzierten, und durch die Verwertung journalistischer Inhalte in Large Language Models. Mit Blick auf die Plattformbetreiber erklärte Weimer, deren Geschäft sei legitim: „Das Problem ist nur: Sie sind so erfolgreich, dass es unser gesamtes Freiheitssystem zu ersticken droht."
Weimer warb erneut für einen Plattform-Soli. Im Bundesrat sei mit Zweidrittelmehrheit ein entsprechender Beschluss gefasst worden, auch im Parlament gebe es eine breite Mehrheit. In der Regierung werde nun darum gerungen, ob das Vorhaben realisiert werde. Während die SPD ein klassisches Digitalsteuermodell bevorzuge und die CSU ablehne, sei aus seiner Sicht eine zweckgebundene Plattformabgabe der realisierbare Mittelweg. Parallel dazu müsse das Urheberrecht auf europäischer Ebene nachgeschärft werden. Weimer verwies auf den Initiativbericht „KI und Urheberrecht", den das Europäische Parlament am 10. März beschlossen habe.
Zugleich forderte Weimer, eigene Plattformen aufzubauen und auszubauen. Er habe den Sky-Deal von RTL und die Einbindung von ProSieben in einen europäischen Verbund unterstützt. Die Herausforderungen durch amerikanische und chinesische Big Techs ließen sich nur in europäischen Verbünden bewältigen.
(Quelle: bdzv.de, 28.04.2026)
BLM eröffnet erstes KI Reallabor für die Medienbranche in Bayern
Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) hat gemeinsam mit der Medien.Bayern GmbH das erste KI Reallabor für die Medienbranche in Bayern gestartet.
Im neuen Medienstudio des KI Kompetenzzentrums Medien (KI.M) erhalten Medienhäuser einen geschützten Raum, um KI Anwendungen unter realen Bedingungen zu erproben – kostenlos und praxisnah.
Ziel des Reallabors ist es, innovative KI Ideen nicht nur technisch, sondern auch rechtssicher zu testen. Medienminister Dr. Florian Herrmann betonte bei der Vorstellung am 17. April 2026 in München die Bedeutung des Reallabors als Innovationsimpuls für den Medienstandort Bayern, insbesondere für kleine und mittlere Medienunternehmen. Frühzeitige Praxistests sollen helfen, Fehlinvestitionen zu vermeiden und die Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu stärken.
BLM Präsident Dr. Thorsten Schmiege sieht in der Kombination aus technischer Infrastruktur und medienrechtlicher Expertise eine zentrale Voraussetzung dafür, KI sinnvoll und verantwortungsvoll in Medienhäusern einzusetzen. Die im Reallabor entwickelten Erkenntnisse und Prototypen sollen der gesamten Branche zugutekommen.
Das KI.M ist eine gemeinsame Initiative von Medien.Bayern GmbH und der BLM und wird von der Bayerischen Staatskanzlei gefördert.
(Quelle: BLM, PM 17.04.2026)
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II. Aus den Verlagen
Tag des Lokaljournalismus 2026: Town Hall Meeting mit Bundeskanzler Friedrich Merz - #TDL App gestartet
Der diesjährige Tag des Lokaljournalismus gewinnt weiter an Sichtbarkeit und politischer Aufmerksamkeit. Mehrere aktuelle Initiativen und Veranstaltungen unterstreichen die zentrale Bedeutung lokaler Medien für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Town Hall Meeting mit Bundeskanzler Friedrich Merz
Anlässlich des Aktionstags ehrt Bundeskanzler Friedrich Merz den Lokaljournalismus heute, am 30. April 2026, mit einem Town Hall Meeting in Salzwedel und diskutiert dort mit Leserinnen und Lesern über die Rolle und den Wandel des Lokaljournalismus für Demokratie und Gesellschaft.
Initiiert wurde die Veranstaltung von mehreren regionalen Medienhäusern aus unterschiedlichen Verlagsgruppen – ein starkes Beispiel für die gemeinsame Wirkmacht der Branche. Zur Veranstaltung aufgerufen und Leserfragen eingesammelt haben MADSACK (Wolfsburger Allgemeine, HAZ), FUNKE (Braunschweiger Zeitung), Bauer (Volksstimme Magdeburg) die Lüneburger Landeszeitung und IPPEN.MEDIA (Altmark Zeitung) und die Elbe-Jeetzel-Zeitung.
Die dpa übernimmt die Berichterstattung. Zusätzlich steht ein medienneutraler Livestream im Branding des „Tag des Lokaljournalismus“ zur Einbindung auf den jeweiligen Websites der Verlage zur Verfügung.
Bereits am 21. April hatte ein Treffen mit Bundespräsident Frank Walter Steinmeier ein starkes politisches Signal für den Lokaljournalismus gesetzt. Zusammen mit dem Town Hall Meeting bildet dies eine wichtige kommunikative Klammer auf dem Weg zum Aktionstag am 5. Mai
#TDL-App
Artikel, Bilder und Videos zum Tag des Lokaljournalismus werden in der neuen, eigens entwickelten #TDL-App gesammelt – und auf Wunsch personalisiert angezeigt. Ausgewählt werden kann etwa aus der lokalen Berichterstattung einzelner Bundesländer: Bayern, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen sind dabei. Auch bevorzugten Zeitungen können ausgewählt werden, deren Artikel dann im Feed erscheinen. Ziel ist es, über die App die Vielfalt und Leistungsfähigkeit des Lokaljournalismus gebündelt sichtbar zu machen.
Nähere Informationen, Links und Materialien unter https://tag-des-lokaljournalismus.de
Der „Tag des Lokaljournalismus“ reicht 2026 erstmals über die Grenzen des Ippen.Media-Netzwerks hinaus, wo er bereits im vergangenen Jahr aufmerksamkeitsstark ausgerufen worden war.
Am 5. Mai 2026 werden nun regionale Zeitungsverlage in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg gemeinsam die Bedeutung und Stärke des Lokaljournalismus sichtbar machen. Unterstützt werden sie vom Bundesverband Digital-ublisher und Zeitungsverleger (BDZV), der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), dpa, Highberg sowie dem Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) und dem Verband Schweizer Medien. Die Initiative zielt darauf ab, die Relevanz lokaler Medien in einer digitalen Welt zu betonen und besonders jüngere Zielgruppen und Familien anzusprechen. Gleichzeitig soll die Aktion Werbetreibenden zeigen, wie modern und wirkungsvoll lokaler Qualitätsjournalismus heute ist. Auch unser Verband unterstützt die Initiative.
(Quelle: Ippen Digital Projektteam, 28.04.2026; Ippen Media, 27.04.2026; PM 24.04.2026; bdzv.de, 20.10.2025)
Video-Berichterstattung im Lokaljournalismus: Verlag Nürnberger Presse etabliert neues Livestream-Format
Der Verlag Nürnberger Presse (VNP) macht einen wichtigen Schritt in der Weiterentwicklung seiner digitalen Video-Berichterstattung. Mit einem neuen Livestream-Format vereint er regionale Perspektiven, journalistische Hintergründe und Live-Gespräche. Damit zeigt der VNP, welches Potenzial für den Lokaljournalismus in digitalen Videoformaten steckt.
Das Livestream-Format ist so konzipiert, dass es für verschiedene regionale Großereignisse eingesetzt werden kann – immer dann, wenn komplexe Entwicklungen eine schnelle, verlässliche Einordnung brauchen”, erklärt Barbara Zinecker, stellvertretende Chefredakteurin der Nürnberger Nachrichten. „Gerade in solchen Momenten kann Lokaljournalismus seine Stärke ausspielen und Orientierung in Echtzeit bieten.”
Erstmals zum Einsatz kam das digitale Format zur Kommunalwahl 2026 in Bayern. Von 18 bis 22 Uhr berichtete ein Redaktionsteam live aus dem VNP-Studio über Ergebnisse, Hintergründe und Reaktionen aus der Region. Ziel war es, das Wahlgeschehen nicht nur zu begleiten, sondern ein Live-Erlebnis zu schaffen. Dazu diskutierte die Moderation mit verschiedenen Studio-Gästen – unter anderem brachten sie wenige Stunden nach Schließung der Wahllokale Kandidierende für das Oberbürgermeisteramt zusammen.
Ein zentrales Element der Sendung waren Live-Schalten in die Lokalredaktionen der Nürnberger Nachrichten. Insgesamt elf Mal meldeten sich Kolleginnen und Kollegen aus den verschiedenen Regionen und berichteten über Stimmung, erste Ergebnisse und Reaktionen vor Ort. „Unsere Stärke liegt in der Nähe zum Geschehen – und darin, regionale Entwicklungen aus erster Hand einzuordnen”, so Georg Körfgen, Leiter der Außenredaktionen.
Redaktionell ergänzt wurde das Format durch erklärende Beiträge zu zentralen Fragen des Wahlabends – etwa dazu, wann erste Zahlen erwartet werden können oder welche politischen Prozesse nach der Wahl folgen.
Der Verlag Nürnberger Presse ist ein vielfältiges und modernes Medienunternehmen mit über 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, darunter rund 160 erfahrene Redakteurinnen und Redakteure. Er liefert u. a. Content für mehr als 20 regionale Ta-geszeitungstitel im Großraum Franken und Nordbayern. Der VNP gehört seit Jahren zu den Top 5 der regionalen Medienhäusern in Deutschland und erreicht täglich über 1 Mio. Leserinnen und Leser sowie 6,5 Mio. Unique User in der Region.
(Quelle: VNP, PM 29.04.2026)
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Rheinische Post testet KI basiertes Audio News Format mit der dpa
Die Rheinische Post (RP) startet einen vierwöchigen Testlauf für das KI gestützte Audioformat „Stimme des Westens zum Hören“. Das rund fünfminütige Audio Update fasst werktäglich die wichtigsten RP Nachrichten zusammen und wird mithilfe Künstlicher Intelligenz vertont. Projektpartner ist der dpa Audiodienst. Begleitend wird das neue Angebot auf rp online.de durch eine Nutzerbefragung evaluiert.
Grundlage des Audioformats ist der Newsletter „Stimme des Westens: Der Abend“, der täglich um 17.30 Uhr vom RP Digitaldesk erstellt wird. Eine KI wandelt die Inhalte in ein Audio Skript um, ergänzt bei Bedarf passende O Töne der dpa und vertont das Ergebnis mit einer KI Stimme. Nach redaktioneller Prüfung wird das Audio über Website, App und WhatsApp veröffentlicht. Die redaktionelle Verantwortung bleibt laut RP ausdrücklich beim Journalismus; die KI dient der Effizienzsteigerung.
Bei der dpa wird das Projekt als Beispiel dafür gesehen, wie sich KI Technologie mit journalistischen Qualitätsstandards verbinden lässt. Ziel des Tests ist es, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie ein KI unterstütztes Audioangebot von den Nutzerinnen und Nutzern angenommen wird und welche Weiterentwicklungen sinnvoll sind.
(Quelle: bdzv.de, 28.04.2026)
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Mediengruppe Pressedruck stellt sich neu auf
Die Mediengruppe Pressedruck mit ihren regionalen Tageszeitungen Augsburger Allgemeine, Main-Post und Südkurier wird ab 1. Juli 2026 mit Fokus auf die Geschäftsfelder Publishing, Radio & TV sowie Beteiligungen & Neugeschäft neu organisiert. Vorrangiges Ziel ist es, die Gruppenbildung konsequent umzusetzen und das Know-how in den Geschäftsfeldern über die Standorte hinweg zu nutzen. Dar-über hinaus soll die Entwicklung digitaler Produkte für die gesamte Mediengruppe vorangetrieben sowie das Beteiligungs- und Neugeschäft gebündelt und strategisch weiterentwickelt werden.
Die neu formierte Unternehmensleitung besteht neben Axel Wüstmann (CEO) und Marcus Strohmayr (CFO) aus Bernhard Hock, Andreas Schmutterer, Daniel Kempf, Michael Eder, Renate Dempfle und David Lämmel.
Das Geschäftsfeld Publishing wird zukünftig gesamthaft von Axel Wüstmann verantwortet sowie im Einzelnen von Bernhard Hock (Redaktionen), Andreas Schmutterer (B2B und B2C), Daniel Kempf (Digital) und Michael Eder (Transformation & Projekte) geführt.
Das Geschäftsfeld Radio & TV wird zukünftig von Michael Eder verantwortet.
Das Geschäftsfeld Beteiligungen & Neugeschäft wird von David Lämmel verantwortet. Das aktuelle Beteiligungsportfolio umfasst u.a. das Agentur- und Call-Center-Geschäft sowie Immobilienvermittlung.
Neben den genannten Geschäftsfeldern wird der Bereich Integration & Synergien gruppenweite Projekte verantworten (u.a. das Gruppenbildungsprogramm AURO-RA) und von Renate Dempfle geführt.
Marcus Strohmayr verantwortet neben seiner Rolle als CFO wie bisher sämtliche in der pd.Service & Technology gebündelten internen Services der Mediengruppe Pressedruck.
Die Geschäftsführungen bzw. Geschäftsleitungen an den Standorten verbleiben neben ihren neuen Gruppenfunktionen in Personalunion in ihrer Rolle als Standortverantwortliche. Im Einzelnen sind dies: Bernhard Hock und Andreas Schmutterer (Vorsitzende der Geschäftsleitung der Mediengruppe Pressedruck am Standort Augsburg), Renate Dempfle (Geschäftsführung Main-Post in Würzburg) sowie David Lämmel (Geschäftsführung Südkurier). An den jeweiligen Standorten liegt weiter die Verantwortung für strategische Kooperationen in der Region, die Markenführung sowie die Bereiche Druck, Logistik und das Briefgeschäft.
Axel Wüstmann, CEO der Mediengruppe Pressedruck: „Mit der Fokussierung auf Geschäftsfelder leiten wir die nächste Stufe unseres im vergangenen Jahr gestarteten Gruppenbildungsprogramms ein. Eine schlankere, schlagkräftigere Organisation, die unter anderem auf gruppenweite Synergien in der digitalen Produkt- und Angebotsentwicklung setzt, schafft die Grundlage für zukünftiges Wachstum und erweitert unseren Spielraum für strategische Investitionen im Kerngeschäft sowie die Entwicklung neuer Geschäftsfelder.“
Die Mediengruppe Pressedruck ist ein Familienunternehmen mit Sitz in Augsburg und eines der führenden Medienhäuser in Deutschland. Mit den Titeln Augsburger Allgemeine inklusive Allgäuer Zeitung, die zu den meistzitierten und vier größten Tageszeitungen in Deutschland zählt, Main-Post (Würzburg) und Südkurier (Konstanz) erreicht die Mediengruppe bei einer täglich gedruckten Auflage von rund 450.000 Exemplaren rund 1,3 Millionen Leser. Die digitalen Nachrichtenportale der Mediengruppe erzielen monatlich rund 50 Millionen Visits und 80 Millionen Seitenaufrufe. Neben der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Tageszeitungen und ihrer Onlineangebote sowie den Radio- und TV-Aktivitäten steht der Ausbau der mediennahen Dienstleistungen in den Bereichen Internet, Call-Center, Briefzustellung, Corporate Publishing und Direktverteilung im Fokus der Mediengruppe Pressedruck.
(Quelle: Mediengruppe PD, PM 29.04.2026)
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III. Aus den Verbänden
Änderungen beim Verband Nordwestdeutscher Zeitungsverlage und Digitalpublisher
Der Verband Nordwestdeutscher Zeitungsverlage und Digitalpublisher e.V. (VNZV) hat auf seiner Jahreshauptversammlung am 22. April 2026 in Adendorf wichtige Weichen für eine erfolgreiche Zukunft gestellt. Im Zentrum steht eine strategische Weiterentwicklung, die Kontinuität sichert und gleichzeitig neue Impulse ermöglicht.
Ab dem 1. Januar 2027 wird Christoph Meinecke zusätzlich zu seiner Funktion als stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen die Geschäftsführung des VNZV übernehmen. Mit dem Übergang von Stefan Borrmann auf Christoph Meinecke setzt der Verband bewusst auf eine nahtlose und organische Nachfolgelösung. „Damit stellen wir sicher, dass der VNZV auch künftig eine starke und verlässliche Stimme der privaten Medienbranche bleibt“, betonte der VNZV-Vorsitzende Jochen Anderweit.
Auch im Zuge dieser Weiterentwicklung bleibt der Verband rechtlich vollständig selbstständig und wird weiterhin mit Nachdruck die Interessen der niedersächsischen Tageszeitungen gegenüber Politik, Wirtschaft und weiteren Anspruchsgruppen vertreten – sowohl auf Landesebene als auch im Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger. Zugleich werde man, so der Vorsitzende weiter, „die niedersächsischen Interessen auch künftig kraftvoll auf Bundesebene einbringen“.
Ein zentraler Bestandteil der Zukunftsstrategie ist die vertiefte Kooperation mit den Unternehmerverbänden Niedersachsen e.V. (UVN). Im Ergebnis der Beratungen sei man zu der Überzeugung gelangt, dass die Übernahme der operativen Verbandsgeschäfte durch die UVN die beste Lösung für die zukünftigen Herausforderungen darstelle. „Die Kooperation ist für uns ein echter Glücksfall: Wir können auf bestehende Strukturen und Netzwerke zurückgreifen und diese zum beiderseitigen Vorteil nutzen“, so Christoph Meinecke. Insbesondere vor dem Hintergrund der digitalen Transformation stärke diese Partnerschaft die Handlungsfähigkeit des Verbandes nachhaltig.
Christoph Meinecke bringt als langjähriger Arbeitgebervertreter umfassende Erfahrung und wertvolle Perspektiven in die Weiterentwicklung des Verbandes ein. „Er wird wichtige Impulse setzen und neue Synergien erschließen, die unsere Veränderungsprozesse in Verlagen und Verband weitervoranbringen“, hieß es aus dem Vorstand. Dies sichert die kontinuierliche Fortführung zentraler Themen wie Medienkompetenzprojekte und Journalismusförderung in Niedersachsen.
Der bisherige Geschäftsführer Stefan Borrmann, der den Verband 26 Jahre lang geprägt hat, wird zum 1. Januar 2027 in den Ruhestand treten. Der VNZV würdigt seine herausragenden Verdienste ausdrücklich: „Herr Borrmann hat sich in außergewöhnlichem Maße für die Belange der Zeitungsbranche eingesetzt und war über viele Jahre ein geschätzter Gesprächspartner in Politik und Wirtschaft. Dafür sind wir ihm zu großem Dank verpflichtet.“
Im Zuge der organisatorischen Weiterentwicklung wird auch die Geschäftsstelle des VNZV an den Standort der UVN verlegt. Für die Mitglieder und Partner des Verbandes bleibt das Leistungsangebot dabei in vollem Umfang erhalten und wird weiterhin auf hohem Niveau fortgeführt.
(Quelle: VNZV, RS, 29.04.2026)
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IV. Auszeichnung
Herbert Quandt Medien-Preis für Beitrag aus den Oberpfalz Medien
Die Johanna-Quandt-Stiftung hat die Preisträgerinnen und Preisträger des Herbert Quandt Medien-Preises 2026 bekanntgegeben. Aus rund 200 Einreichungen wählte die Jury vier wirtschaftsjournalistische Beiträge aus, neben Handelsblatt, ZDF und Hessischem Rundfunk darunter die Oberpfalz Medien als Erscheinungsort. Jede Auszeichnung ist mit 12.500 Euro verbunden.
Wolfgang Würth wird für das vierteiliges Dossier „Ziegler – Aufstieg und Fall“ das im November 2025 in „Der neue Tag“ erschienen ist, ausgezeichnet. Die Serie zeichnet die Insolvenz der Oberpfälzer Ziegler Group im November 2024 nach, von der 3.500 Beschäftigte betroffen waren. Die Jury hebt die faktenreiche und ausgewogene Darstellung sowie die grafische Aufbereitung hervor.
Im Handelsblatt erschienen am 14. November 2025 der Beitrag „Daten als Waffe“ über den Tech Konzern Palantir sowie am 12. Dezember 2025 das Interview mit Palantir Chef Alexander Karp unter dem Titel „Niemand spricht mehr über Deutschland“. Nach eineinhalb Jahren Recherche entstand nach Einschätzung der Jury damit ein „umfassendes, in deutschen Medien bislang unerreichtes Bild von Palantir und seinem Gründer und CEO, Alex Karp“.
In der ZDF WISO Reihe „Deals“ wurde am 22. Oktober 2025 die Dokumentation „Die Deals mit unserem Strom“ ausgestrahlt. Der Beitrag von Kristina Schlömer, Ute Mattigkeit und Karen Grass erläutert die Zusammensetzung des deutschen Strompreises verständlich für ein junges Publikum. Die Jury würdigt insbesondere die unvoreingenommene Annäherung an ein komplexes Thema.
Im hr fernsehen lief am 25. Februar 2025 die Dokumentation „Billion Dollar Workwear – Die Engelbert Strauss Story“ von Natascha Pflaumbaum. Der Film zeichnet den Aufstieg des Familienunternehmens Strauss zur internationalen Life-style Marke nach. Hervorgehoben wird von der Jury die Nähe zu den Protagonisten bei zugleich gewahrter professioneller Distanz.
Der Herbert Quandt Medien-Preis würdigt seit 1986 journalistische Beiträge zur Bedeutung von Unternehmern und Unternehmen in der Marktwirtschaft. Dem Kuratorium gehören Stefan Quandt (Vorsitz), Michaela Kolster, Tanit Koch, Kirsten Ludowig und Jan-Eric Peters an.
(Quelle: bdzv.de, 28.04.2026)