VBZV-Newsletter 12/2026


I. Medienpolitik

#TDL: Bundeskanzler Merz und Bundespräsident Steinmeier im Gespräch dabei

Bundeskanzler Friedrich Merz und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier treffen sich im Rahmen des „Tag des Lokaljournalismus“ zu Gesprächen mit Lokal-journalisten und -journalistinnen. Das ist ein starkes Signal für die Bedeutung des Journalismus vor Ort und, wie die Initiatoren betonen, ein großer Erfolg, für den #TDL.
  
Am 21. April 2026 trifft sich eine Gruppe ausgewählter, junger Lokaljournalisten und -journalistinnen mit dem Bundespräsidenten zu einem Hintergrundgespräch im Schloss Bellevue. Bereits am Abend zuvor kommen die Beteiligten bei der dpa in Berlin zusammen und tauschen sich aus. 

Am 30. April 2026 kommen Vertreter von MADSACK (Wolfsburger Allgemeine, HAZ), FUNKE (Braunschweiger Zeitung), Bauer (Volksstimme Magdeburg) der Lü-neburger Landeszeitung und IPPEN.MEDIA (Altmark Zeitung) mit dem Bundeskanzler in der Stadthalle in Salzwedel für ein Town-Hall-Meeting zusammen. Die Journalisten sprechen dabei mit dem Kanzler über die Bedeutung und Veränderung des Lokaljournalismus für Demokratie und Gesellschaft. Anschließend gibt es ein offenes Gespräch mit Leserinnen und Lesern und eingereichten Fragen zum Thema. 

Der „Tag des Lokaljournalismus“ reicht 2026 erstmals über die Grenzen des Ippen.Media-Netzwerks hinaus, wo er bereits im vergangenen Jahr aufmerksam-keitsstark ausgerufen worden war.

Am 5. Mai 2026 werden nun regionale Zeitungsverlage in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg gemeinsam die Bedeutung und Stärke des Lokaljournalismus sichtbar machen. Unterstützt werden sie vom Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV), der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), dpa, Highberg sowie dem Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) und dem Verband Schweizer Medien. Auch unser Verband unterstützt die Initiative.

Die Initiative zielt darauf ab, die Relevanz lokaler Medien in einer digitalen Welt zu betonen und besonders jüngere Zielgruppen und Familien anzusprechen. Gleich-zeitig soll die Aktion Werbetreibenden zeigen, wie modern und wirkungsvoll lokaler Qualitätsjournalismus heute ist.

(Quelle: Ippen.Media, 08.04.2026; bdzv.de, 20.10.2025)

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Studienreise für Journalistinnen und Journalisten nach Brüssel zur EU-Kommission 

Die EU-Kommission hat die Bewerbungsphase für die 10. Ausgabe von Youth4Regions, einem Programm, das sich an angehende Journalistinnen und Journalisten richtet, eröffnet. 

In diesem Jahr können sich Studierende und junge Journalisten aus den EU-Mitgliedstaaten, den Nachbarländern und den Kandidatenländern in den Kategorien geschriebener Journalismus, Videojournalismus, Audiojournalismus und Fotojournalismus bewerben. 

Das Programm sieht u.a. eine einwöchige Reise nach Brüssel vor. Ziel ist es, dass die Teilnehmenden ihre Kenntnisse über die EU-Institutionen und Europapolitik verbessern und die Möglichkeit nutzen, die europäischen Institutionen und deren Arbeitsabläufe kennenzulernen. Daneben besteht die Möglichkeit sich mit Journa-listen bzw. Studenten aus anderen Ländern oder Regionen der EU auszutauschen und zu vernetzen. Beides kann für das Studium bzw. die tägliche Arbeit von Vor-teil sein. 

Die erfolgreichen Teilnehmer werden für den Megalizzi-Niedzielski-Preis in Betracht gezogen, der am 14.10.2026 verliehen wird und der Anerkennung heraus-ragender Arbeit junger Journalisten gewidmet ist.

Die Bewerbungsphase für die aktuelle Ausgabe von Youth4Regions läuft noch bis zum 07. Juli 2026.
 
Weitergehende Informationen unter 
https://ec.europa.eu/regional_policy/policy/communication/partnership-with-media/youth4regions_en bzw. https://ec.europa.eu/regional_policy/policy/communication/partnership-with-media/megalizzi-niedzielski-prize_en 

(Quelle: EU-Kommission, 07.04.2026)

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SZ lädt zu Panama-Papers-Jubiläum

Zehn Jahre nach den Panama Papers veranstaltet die Süddeutsche Zeitung (SZ) eine Diskussionsveranstaltung zur Arbeit im Investigativjournalismus. Unter dem Titel „Von den Panama Papers zu den Epstein Files – wie aus geleakten Daten Journalismus wird“ geben Journalistinnen und Journalisten Einblicke in Recher-cheprozesse, Zusammenarbeit und Entwicklungen der vergangenen Jahre.

Die Panama Papers waren am 3. April 2016 veröffentlicht worden. Grundlage wa-ren 11,5 Millionen geleakte Dokumente, die offenlegten, wie Vermögen in Steuer-oasen verschoben wurden. An der Auswertung arbeiteten damals fast 400 Journalistinnen und Journalisten aus 80 Ländern. Die Süddeutsche Zeitung wurde für die Recherche mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen laut Ankündigung die Arbeitsweisen des Investigativ-Ressorts der Süddeutschen Zeitung. Thematisiert werden internatio-nale Kooperationen, der Umgang mit großen Datenmengen sowie die journalistische Aufbereitung der Ergebnisse. Auch ethische Fragen, die investigative Recher-chen begleiten, sollen zur Sprache kommen. Ulrich Schäfer, stellvertretender Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung, diskutiert dazu mit Frederik Obermaier, ehe-maliger Investigativjournalist der SZ und heute bei paper trail media, sowie mit Ralf Wiegand, Ressortleiter Investigative Recherche der SZ.

Die Veranstaltung findet am Montag, 20. April 2026, um 19 Uhr im Mathäser Filmpalast in München statt. Für Medienvertreter ist eine Akkreditierung erforderlich. Zudem stehen Mitglieder des Investigativ-Ressorts der Süddeutschen Zeitung auf Anfrage für Interviews zur Verfügung.

(Quelle: Süddeutscher Verlag, PM 02.04.2026; bdzv.de, 08.04.2026)

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vbw legt Studien zur digitalen Infrastruktur vor – Bayern bleibt beim Netzausbau auf Kurs

Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw), der auch unser Verband angeschlossen ist, hat Ende März zwei aktuelle Studien zur digitalen Infrastruktur in Bayern vorgestellt. Die Ergebnisse zeigen ein deutliches Bild: Der Ausbau von Anschlüssen und Netzen schreitet im Freistaat zügig voran. Vor allem der ländliche Raum hat aufgeholt – Bayern liegt bei der Breitband-Grundversorgung mit mindestens 100 Mbit/s inzwischen klar über dem Bundesdurchschnitt.  

vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt betonte aber die Bedeutung weite-er Investitionen: „Die Anforderungen der Unternehmen an digitale Infrastruktur steigen von Jahr zu Jahr. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, muss Bayern sein hohes Ausbautempo halten und weiter steigern.“  

Die Studien belegen eine bundesweit wachsende Nachfrage nach höheren Bandbreiten: Die zunehmende Nutzung von KI-Anwendungen treibt den Datenverkehr überall in Deutschland an – in Bayern hat sich ihr Einsatz binnen zwei Jahren auf aktuell 25 Prozent mehr als verdoppelt. Parallel dazu nutzen bundesweit immer mehr Unternehmen Bandbreiten über 100 Mbit/s; in Bayern sind es mit 71 Prozent überdurchschnittlich viele, fast die Hälfte sogar mit mehr als 500 Mbit/s.  

Zugleich zeigt sich ein differenziertes Bild bei der Zufriedenheit: Während diese in Bayern leicht zulegte, bleibt die bundesweite Bewertung der Mobilfunkqualität verhalten. Laut den vbw-Ergebnissen fühlen sich in Bayern 69 Prozent der Unternehmen durch unzureichenden Empfang beeinträchtigt – ein Wert, der etwa dem Bundesdurchschnitt entspricht. Brossardt mahnt daher: „Politik und Wirtschaft müssen sich weiterhin darauf konzentrieren, Netzlücken zu schließen, um die digitale Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.“ 

Um deutschlandweit den nächsten Ausbauschritt zu erreichen, sieht die vbw drei zentrale Maßnahmen: mehr Geschwindigkeit beim Ausbau, eine sachgerechte För-derpolitik, die topografische und demografische Unterschiede zwischen den Bundesländern berücksichtigt, sowie eine gesellschaftliche Aufwertung des Netzaus-baus.  

Seit 2014 hat Bayern über 2,7 Milliarden Euro in den Glasfaserausbau investiert – mehr als jedes andere Bundesland. Mit über 150.000 verlegten Glasfaserkilome-tern und über 500.000 neu geschaffenen Anschlüssen liegt Bayern an der Spitze. Bayerns Finanz- und Heimatminister Albert Füra-cker betont, dass die Bayerische Staatsregierung ein flächendeckendes Gigabit-Netz in allen Regionen zum Ziel hat - als Schlüssel zur Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft in Bayern und in ganz Deutschland. 

(Quelle: vbw, PM 27.03.2026)

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II. Tarifpolitik

Tarifeinigung bei der dpa

Die Journalistinnen und Journalisten bei der Deutschen Presse-Agentur (dpa) er-halten in den kommenden zwei Jahren durchschnittlich 6,5 Prozent mehr Ein-kommen. Darauf verständigten sich die Gewerkschaften DJV und ver.di mit der Geschäftsführung der dpa am 27. März 2026 in Berlin nach einer fünften Ver-handlungsrunde.
 
Konkret steigen die Tarifgehälter für Redakteurinnen und Redakteure der dpa sowie die Grundgehälter bei dpa infocom, dpa English Services und Rufa ab dem 1. April um 110 Euro und ab dem 1. Juli um weitere 90 Euro. Ab dem 1. Juli 2027 ist eine zusätzliche Erhöhung um 2,5 Prozent vorgesehen.
 
Volontärinnen und Volontäre erhalten rückwirkend ab dem 1. März monatlich 200 Euro mehr, gefolgt von einer weiteren Steigerung um 2,5 Prozent ab Juli 2027. Der Tarifvertrag läuft 24 Monate bis Ende 2027.

Bei der dpa nennt man den erzielten Abschluss angesichts der aktuellen Marktentwicklungen "herausfordernd". Er liege über den für 2026 und 2027 angesetzten Etats. Ein Sprecher der Nachrichtenagentur erklärt: "Für die dpa-Geschäftsführung war es während der gesamten Verhandlungsrunden entscheidend, zu einer tragfähigen Lösung zu kommen, die die Leistung der Beschäftigten anerkennt und gleichzeitig wirtschaftlich verantwortbar bleibt.“ 

Am 20. März hatten die Gewerkschaften einen ganztägigen Warnstreik organisiert, zu dem die fast 800 Beschäftigten der dpa aufgerufen waren.

(Quelle: medien.epd.de, 30.03.2026; dwdl.de, 30.03.2026)

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