VBZV-Newsletter 08/2026


I. Medienpolitik 

AI Overviews führen zu deutlichen Klickverlusten in der Google Suche

Eine Analyse der Sistrix GmbH zeigt, dass Googles AI Overviews erhebliche Auswirkungen auf den organischen Traffic in Deutschland haben. Grundlage der Untersuchung sind über 100 Millionen analysierte Suchbegriffe. Demnach erscheinen AI generierte Zusammenfassungen inzwischen bei rund 20 Prozent aller Keywords – überwiegend oberhalb der klassischen Suchergebnisse.

Die Folge: Die Klickrate auf das erste organische Ergebnis sinkt von durchschnittlich 27 Prozent auf nur noch 11 Prozent. In 78,6 Prozent der Fälle stehen die KI-Zusammenfassungen über den organischen Suchergebnissen, besonders bei längeren Suchanfragen. Insgesamt führen klassische Suchergebnisseiten zu 57 Prozent zu einem organischen Klick, mit KI-Zusammenfassung sind es 33 Prozent. 

Insgesamt gehen laut Sistrix monatlich rund 265 Millionen organische Klicks verloren, was einem durchschnittlichen Rückgang von 6,6 Prozent entspricht. Besonders stark betroffen sind informationsorientierte Angebote wie Gesundheits-, Eltern  oder Ratgeberportale, während transaktionsnahe Inhalte deutlich geringere Verluste verzeichnen.

Sistrix berechnet monatliche Verluste von 265 Millionen organischen Klicks, was einem durchschnittlichen Rückgang von 6,6 Prozent entspräche. Die Auswirkungen variieren jedoch stark nach Kategorie. Rezeptseiten verlieren etwa ein Prozent, Eltern- und Gesundheitsportale teils über 24 Prozent. Wikipedia verzeichnet mit 31,6 Millionen verlorenen Klicks den größten Rückgang. Prozentual sind spezialisierte Gesundheitsportale mit über 30 Prozent Verlust besonders betroffen. Transaktionsorientierte Angebote wie Buchungs- oder Wetterportale verlieren dagegen weniger als ein Prozent.

(Quelle: Sistrix, Blogbeitrag vom 25.02.2026; bdzv.de, 03.03.2026)

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II. Vermarktung

OVK: Wachstum für den deutschen Online-Display- und -Videowerbemarkt erwartet – Premium- und Mobile-Werbeformen prägen den Markt

Nach einem Umsatz von über 7,5 Milliarden Euro im Jahr 2025 prognostiziert der OVK für 2026 einen Anstieg auf 8,2 Milliarden Euro. Das entspricht trotz aller Unsicherheiten in der Wirtschaft einem Wachstum von 8,7 Prozent.

Der digitale Werbemarkt erreicht 2026 mehrere Wegmarken. Erstmals entfällt der größere Umsatzanteil auf Online-Video-Werbung. Für 2026 prognostiziert der OVK Umsätze von knapp 4,2 Milliarden Euro im Video-Segment, während Display-Werbung auf rund 4,0 Milliarden Euro anwächst. Damit erreicht Video einen Anteil von rund 51 Prozent an den Gesamtumsätzen, Display-Werbung kommt auf 49 Prozent.

Trotz geopolitischer Spannungen und makroökonomischer Unsicherheiten stiegen die Umsätze 2025 um 9,6 Prozent. Damit bestätigt der Markt seine strukturelle Stärke und Widerstandsfähigkeit auch in herausfordernden Zeiten.

Das Marktwachstum wird maßgeblich durch gezielte Budgetverschiebungen getragen. Beim Blick auf die Branchen steigerten Dienstleistungen und Finanzen ihre Online-Werbeinvestitionen 2025 deutlich. Gleichzeitig zeigt sich: Selbst in Wirtschaftsbereichen, in denen Werbebudgets rückläufig sind, nimmt der Anteil digitaler Kanäle weiter zu.

Bei den Werbeformen zeigt sich 2025 eine weiterhin hohe Nachfrage nach hochwertigen und aufmerksamkeitsstarken Formaten. Sowohl Premium-Display- als auch Video-Werbeformen zählen zu den ertragreichsten Angeboten im Markt. Besonders deutlich wächst jedoch die Bedeutung mobiler Formate: Im Display-Bereich entfallen vier der zehn umsatzstärksten Werbeformen auf den Small Screen, bei Video zwei von fünf.

Mit Blick auf die Buchung digitaler Werbeangebote erreicht Programmatic Advertising im Jahr 2026 einen hohen Anteil von 80 Prozent am Gesamtumsatz. Bereits 2025 wurden rund 5,9 Milliarden Euro programmatisch umgesetzt, bei IO-Buchungen rund 1,6 Milliarden Euro. Für 2026 rechnet der OVK mit einem weiteren Anstieg auf 6,5 Milliarden im Programmatic Advertising und 1,7 Milliarden Euro bei IO-Buchungen.

(BVDW, PM 26.02.2026)

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Starke Marken, starke Wirkung: Studie zeigt Vorteile journalistischer Qualitätsumfelder

In reputationsstarken Marken verstärkt sich die Wirkung über mehrere Kontaktpunkte, während Kontrollgruppen keine signifikanten Effekte zeigen. Das ist das Ergebnis der Studie „Reputation Impact² – the Synergy Effect (RISE)“, die die Werbewirkung in Qualitätsmedien mit ungebrandeten Umfeldern untersucht. Gegenstand der Untersuchung waren die Medienmarken Frankfurter Allgemeine Zeitung, Süddeutsche Zeitung, Handelsblatt, Der Spiegel und Die Zeit. 

Erfasst wurden kurzfristige Kennzahlen wie Einstellung zur Anzeige und Kaufabsicht sowie langfristige Indikatoren wie Markenwert und Produktinteresse. Grundlage bildet eine Online-Stichprobe mit 720 Befragten; die Feldphase lief von November 2025 bis Januar 2026 mit vier Messzeitpunkte bei wiederholten Werbemittelkontakten.

Für Display-Werbung in Qualitätsumfeldern zeigt die Studie kurzfristige Steigerungen von bis zu 8,7 Prozent. Höhere Zuwächse ergeben sich durch die Kombination mehrerer Kanäle. In Verbindung mit Print oder digitalem Storytelling steigen die kurzfristigen Werte auf bis zu 18,7 Prozent. Auch langfristig zeigt sich ein messbarer Effekt. Zudem erinnert man sich in kombinierten Szenarien häufiger korrekt an die Werbung. 

Studie: https://www.republic.de/fileadmin/06_Republic/Newsroom/rep-rise-studie/RISE2026_Ergebnisse.pdf

(Quelle: Republic, PM 26.02.2026; meedia.de, 26.02.2026)

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III. Tarifpolitik 

Tariftreuegesetz im Bundestag: Belastungen für den Standort enorm

Anlässlich der zweiten und voraussichtlich finalen Lesung zum Tariftreuegesetz im Bundestag zeigt sich die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw), der auch unser Verband angeschlossen ist, enttäuscht.

Das Gesetz bleibt aus Sicht der Wirtschaftsverbände wettbewerbsverzerrend, ist unvereinbar mit der grundgesetzlich geschützten Tarifautonomie und Koalitionsfreiheit und schafft unnötige, nicht hinnehmbare bürokratische Hürden. Anstatt den Standort zu stärken, für Investitionen zu werben und Beschäftigung zu sichern, entferne sich die Koalition von ihrem Bürokratieabbauversprechen. Das sei eine weitere Belastung für den Standort und die Industrie.

Aus Sicht der vbw enthalten die vorgelegten Änderungsvorschläge zwar eine begrüßenswerte Herausnahme von Lieferaufträgen sowie partielle Erleichterungen beim Zertifizierungsverfahren und bei der elektronischen Abfrage von Entgeltbescheinigungsdaten. Dennoch bleibt die Regulierung ein Bürokratiemonster und ein immenser Kostentreiber für die öffentliche Hand, was angesichts der desolaten Haushalts- und der höchst angespannten Wirtschaftslage unverantwortlich ist. Zudem zeigen wissenschaftliche Untersuchungen des IW Köln, dass durch be-reits bestehende Landestariftreuegesetze keinerlei messbare Stärkung der Tarifbindung stattgefunden hat. 

Die vbw lehnt weiterhin jede gesetzliche Überregulierung von Arbeits- und Vergabebedingungen durch das Tariftreuegesetz ab, sind es doch im Wesentli-chen Angriffe auf die Tarifautonomie. 

(Quelle: vbw, PM 26.02.2026)

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IV. Aus den Verlagen

Roland Mitterbauer verlässt Augsburger Allgemeine

Roland Mitterbauer, stellvertretender Chefredakteur und Head of Digital der Augsburger Allgemeinen, verlässt das Medienhaus auf eigenen Wunsch im zweiten Halbjahr 2026, um sich neuen beruflichen Aufgaben zu widmen. Das teilte die Mediengruppe Pressedruck mit.

Mitterbauer verantwortete seit September 2023 innerhalb der Chefredaktion zentrale Aufgaben in der digitalen Weiterentwicklung der Redaktion. Dazu gehörten insbesondere die Umsetzung der Digitalstrategie und die Weiterentwicklung von Reichweite und Digital-Abonnements. Zuletzt leitete er seit Oktober 2024 im Rahmen des konzernweiten Programms AURORA das Projekt „Content & Produkte“.

Dr. Bernhard Hock, Co-Vorsitzender der Geschäftsleitung der Mediengruppe Pressedruck am Standort Augsburg und für die Redaktion der Augsburger Allgemeine verantwortlich: „Roland Mitterbauer hat mit sehr großem Engagement zur Umsetzung der digitalen Transformation innerhalb der Augsburger Allgemeinen und der Mediengruppe Presseduck beigetragen. Wir bedauern sein Ausscheiden sehr und danken ihm für das Erreichte. Für seinen weiteren Weg begleiten ihn unsere besten Wünsche.“

Roland Mitterbauer: „Die digitale Transformation der Augsburger Allgemeinen aktiv mitgestalten zu dürfen, war für mich eine besondere Aufgabe. Ich danke den Kolleginnen und Kollegen in der gesamten Mediengruppe für die vertrauensvolle Zusammenarbeit.“

Der Chefredaktion gehört neben Andrea Kümpfbeck und Peter Müller künftig weiterhin Lena Jakat als Stellvertreterin an. Sie übernehmen die bisherigen Aufgaben Mitterbauers. 

Die Mediengruppe Pressedruck ist ein Familienunternehmen mit Sitz in Augsburg und eines der führenden Medienhäuser in Deutschland. Mit den Titeln Augsburger Allgemeine inklusive Allgäuer Zeitung, die zu den meistzitierten und vier größten Tageszeitungen in Deutschland zählt, Main-Post (Würzburg) und Südkurier (Konstanz) erreicht die Mediengruppe bei einer täglich gedruckten Auflage von rund 450.000 Exemplaren rund 1,3 Millionen Leser. Die digitalen Nachrichtenportale der Mediengruppe erzielen monatlich rund 50 Millionen Visits und 80 Millionen Seitenaufrufe. Neben der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Tageszeitungen und ihrer Onlineangebote sowie den Radio- und TV-Aktivitäten steht der Ausbau der mediennahen Dienstleistungen in den Bereichen Internet, Call-Center, Briefzustellung, Corporate Publishing und Direktverteilung im Fokus der Mediengruppe Pressedruck.

(Quelle: Mediengruppe Pressedruck, PM 02.03.2026)

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V. Sonstiges

vbw Stiftung Lebensgrundlagen Bayern: Zweite Bewerbungsphase gestartet

Die vbw Stiftung Lebensgrundlagen Bayern der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, ist in die zweite Bewerbungsphase gestartet. Von 01. März 2026 bis 30. Juni 2026 können alle Interessierten ihre Projektideen über die Stiftungshomepage einreichen. 

„Basis für unser aller Leben sowie für jegliches erfolgreiche Wirtschaften ist ein lebenswertes Umfeld. Der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen liegt im unmittelbaren Selbstverständnis der bayerischen Wirtschaft. Das The-ma Nachhaltigkeit steht als Leitgedanke über allem“, erklärt vbw Hauptgeschäfts-führer Bertram Brossardt, der gleichzeitig auch Vorsitzender des Stiftungsvorstands ist, und ergänzt: „Nachdem wir im letzten Jahr 18 Projekte aus ganz Bayern unterstützt haben, startet nun die zweite Bewerbungsphase. Die Stiftung fördert vorzugsweise ehrenamtlich getragene Projekte. Gerade in Bayern hat diese Form der gesellschaftlichen Teilhabe eine lange Tradition. Ich bin überzeugt: Auch deshalb ist der Freistaat ein so starker Wirtschaftsstandort.“ 

Unternehmen setzen auf nachhaltige Produkte und nachhaltige Produktion. Das sind wesentliche Elemente zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit der bayerischen Wirtschaft in Zeiten der Transformation. Die vbw Stiftung Lebensgrundlagen Bayern ist in ihren Zwecken breit aufgestellt. Unter anderem fördert sie Projekte in den Bereichen Jugend- und Altenhilfe, Wohlfahrt, Natur- und Umweltschutz, Bildung, Heimatpflege, Sport sowie Feuer- und Katastrophenschutz sowie Nachbarschaftsentwicklung. „Mit unserer Stiftung komplettieren wir die Aktivitäten im Feld der Nachhaltigkeit und wollen ein Zeichen setzen, um Nachhaltigkeitsprojekteaus der Mitte der Gesellschaft zu fördern. Die Stiftung unterstützt gemeinnützige Vorhaben von Einzelpersonen und Organisationen, die mit Leidenschaft und Kreativität eine zukunftsfähige Heimat gestalten“, erläuterte Brossardt.

Die Stiftung ist gemeinnützig und verfolgt keine wirtschaftlichen Interessen. Insgesamt stehen jährlich bis zu 600.000 Euro zur Verfügung, mit denen mehrere mittlere und große Projekte in Bayern gefördert werden. Pro Projekt ist eine Unterstützung in einer Spanne zwischen 10.000 und 250.000 Euro möglich. Im Dezember findet die offizielle Prämierung für die Projekte 2026 statt.

Alle Informationen zum Bewerbungsverfahren und zur vbw Stiftung Lebensgrund-lagen Bayern: https://vbw-slb.de/

(Quelle: vbw, PM 26.02.2026)

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