VBZV-Newsletter 03/2026

 
I. Medienpolitik

Steigende Absatzmengen bei Paid Content – Umsätze bei fast 1,7 Milliarden Euro
Mehr als zwei Drittel entfallen auf Tageszeitungen

Die Umsätze mit Paid Content in Deutschland sind 2025 erneut zweistellig gestiegen. Nach der aktuellen Markteinschätzung von pv digest summieren sich die jährlichen Erlöse der deutschen Publikumsmedien auf rund 1,66 Milliarden Euro – ein Plus von 15 Prozent gegenüber der Schätzung vom Januar 2025. Der Fachdienst beziffert das Paid-Content-Umsatzwachstum auf insgesamt 214 Mio. Euro.

Das Wachstum hat sich damit zwar leicht verlangsamt, bleibt aber stabil. Auffällig: Anders als im Vorjahr resultiert der Zuwachs stärker aus steigenden Absatzmengen als aus Preiserhöhungen. Für einen Markt, der seit mehr als einem Jahrzehnt kontinuierlich wächst, ist das ein positives Signal für die Akzeptanz bezahlter digitaler Inhalte.

Gut zwei Drittel der Paid-Content-Umsätze entfallen auf Tageszeitungen, berichtet pv digest. Bei regionalen Titeln dominiert weiterhin das E-Paper. Nur etwa 19 Prozent der Erlöse stammen hier aus Plus-Abos oder anderen Paywall-Modellen. Überregionale Zeitungen sind im digitalen Lesermarkt weiter: Erstmals erzielen sie mehr als die Hälfte ihrer digitalen Umsätze über Paywalls.

Die Angaben beruhen auf hochgerechneten Jahreswerten eines durchschnittlichen Monats („Run Rate“), ein in dynamischen Märkten übliches Verfahren.

Weitere Details zur Marktentwicklung enthält pv digest #1/2026.

(Quelle: bdzv.de, 19.01.2026)

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II. Vermarktung

Werbung in ChatGPT: Testlauf in den USA

Open AI testet in den USA Werbung in ChatGPT. In den nächsten Wochen will OpenAI in den Tarifen Free und ChatGPT Go für angemeldete Erwachsene in den USA Werbung zeigen. Anzeigen sollen am Ende der Antworten erscheinen und seien klar vom Text getrennt, meldet OpenAI. 

Der neue Einsteigertarif ChatGPT Go, der monatlich acht Dollar kostet, ist nicht werbefrei. Erst ab 20 US-Dollar im Monat kann ChatGPT im Plus-Tarif dann werbefrei genutzt werden. 

OpenAI versichert, keine Gesprächsdaten an Werbetreibende zu verkaufen. Nutzer können Personalisierung deaktivieren und Anzeigen ausblenden. Werbung erscheine nicht bei unter 18-Jährigen und nicht in sensiblen Themenbereichen wie Gesundheit oder Politik. 

Offen ist, wann Werbung in ChatGPT auch in Deutschland oder der EU startet.

Stand heute nutzen schätzungsweise 90 Prozent der ChatGPT-Anwender die kostenlose Version. Der Strategiewechsel ist ein Versuch von Open AI, neue Umsatzquellen zu erschließen, um die hohen Betriebskosten für den Betrieb der riesigen KI-Modelle damit auszugleichen. 

(Quelle: adzine.de, 20.01.2026; faz.net, 16.01.2026)

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III. Sozialpolitik

vbw: Möglichkeit zur telefonischen Krankschreibung muss abgeschafft werden

Die Vereinigung der bayerischen Wirtschat (vbw), der auch unser Verband angeschlossen ist, hat sich entschieden gegen die Möglichkeit zur telefonischen Krankschreibung ausgesprochen. Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt sagte dazu: „Die Überprüfung der telefonischen Krankschreibung durch das Bundesgesundheitsministerium unterstützen wir ausdrücklich. Die Möglichkeit zur telefonischen Krankschreibung muss abgeschafft werden.“

Die telefonische Krankschreibung sei zu Corona-Zeiten aus Gründen des Infektionsschutzes richtig und wichtig gewesen. Dass diese Sonderregelung danach verstetigt wurde, sei nicht nachvollziehbar. Auch wenn die Überlastung der Hausarztpraxen unbestritten ist, könne die Lösung nicht darin bestehen, dass Arbeitsunfähigkeiten sehr pauschal per Telefon bescheinigt werden. 

Zur Vermeidung von Missbrauch ist nach Auffassung der Wirtschaftsverbände eine ordnungsgemäß festgestellte Arbeitsunfähigkeit auf Grundlage einer persönlichen ärztlichen Untersuchung unabdingbar.

Insgesamt müsse aber alles dafür getan werden, die extrem hohen Krankenstände zu senken. Sie stellen eine erhebliche Belastung der Unternehmen in ihren Betriebsabläufen dar. Die Unternehmen täten bereits viel in Sachen betriebliches Gesundheitsmanagement, aber auch die Politik müsse die richtigen Rahmenbedingungen schaffen.

(Quelle: vbw, PM 20.01.2026)

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