VBZV-Newsletter 18/2024


I. Medienpolitik

Christian Lindner will Presseförderung weiter prüfen – keine flächendeckende För-derung, sondern höchstens eine Strukturhilfe für ländliche, dünn besiedelte Gebiete

Bundesfinanzminister Christian Lindner hat zugesagt, die staatliche Zustellförderung von Presseprodukten weiter zu prüfen. Er wies auf dem Branchentreffen des Verbands Deutscher Lokalzeitungen und Lokalmedien (VDL) aber gleichzeitig auf die „sehr knappen Mittel“ im Bundeshaushalt hin. Derzeit warte er auf ein Konzept für eine Förderrichtlinie, das zwischen dem Haus von Medienstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) und dem Haus von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) abgestimmt werde, sagte der FDP-Politiker.

Lindner machte jedoch klar, dass er keine flächendeckende Förderung sieht, sondern höchstens eine Strukturhilfe für ländliche, dünn besiedelte Gebiete. Diese Unterstützung müsste zudem zeitlich begrenzt sein. In der Bundespolitik wird seit Jahren eine staatliche Förderung von Pressehäusern diskutiert, eine Prüfung von Fördermöglichkei-ten steht auch im Koalitionsvertrag. Bislang wurde allerdings nichts umgesetzt.

Der Vorstandsvorsitzende des Verbands Deutscher Lokalzeitungen und Lokalmedien e.V. (VDL), Kai Röhrbein, befürchtet einen Rückgang der Pressevielfalt vor allem in ländlichen Regionen. Der VDL vertritt rund 70 kleinere und mittlere Medienhäuser in Deutschland.

(Quelle: bdzv.de, 20.05.2024)

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Bundesverbände Abonnement und Lesezirkel fordern Null-Mehrwertsteuer für Presse

Bei der diesjährigen Jahrestagung des Bundesverbands Abonnement sowie des Ver-bands Deutscher Lesezirkel standen die Relevanz von Medienmarken und die Forderung nach mehr Unterstützung für den frei finanzierten Journalismus im Mittelpunkt. Fun-ke-Verlegerin Julia Becker forderte eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Presseerzeug-nisse auf null Prozent. Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien in Hamburg, betonte die Notwendigkeit verlässlicher wirtschaftlicher Rahmenbedingungen für eine unabhängige Presse.

Demokratie brauche Pressefreiheit und Pressevielfalt, so Brosda. Die Leistung von Journalistinnen und Journalisten sollte nicht ausschließlich an Klickzahlen gemessen werden. Katja Heintschel von Heinegg, Geschäftsführerin des Zentralverbands der Werbewirtschaft (ZAW), hob die Bedeutung verständlicher Erklärungen komplexer Themen hervor, um politische Ziele zu erreichen.

Auch der Vorsitzende des Bundesverbands Abonnement, Martin Lange, betonte, wie wichtig eine konzertierte Kommunikation innerhalb der Verbände und gegenüber poli-tischen Entscheidungsträgern sei. In Bezug auf die geplanten Werbeverbote und den Verbraucherschutz forderte er mehr Vertrauen in die Urteilskraft mündiger Bürgerinnen und Bürger.

(Quelle: bdzv.de, 21.05.2024)

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II. Vermarktung

Studie: Intensive Nutzung und hohe Werbeakzeptanz regionaler Tageszeitungen / Deutlicher Anstieg digitaler Abos

Die achte Ausgabe der Studie „Zeitungsfacetten 2024“ der Score Media Group zeigt, dass regionale Tageszeitungen intensiv genutzt werden. 64 Prozent der Deutschen lesen regelmäßig eine regionale Tageszeitung, wobei die digitalen Angebote zunehmend an Bedeutung gewinnen. Während die Printnutzung im Vergleich zum Vorjahr leicht um 2 Prozent zurückging, stieg die Nutzung von E-Paper um 9 Prozent und die Online-Nutzung um 4 Prozent.

Die Studie unterstreicht die zentrale Rolle regionaler Tageszeitungen für die Demokratie. 61 Prozent der Befragten betrachten diese Medien als unverzichtbar für die demokratische Meinungsbildung, und 63 Prozent sehen in ihnen einen wichtigen Beitrag zur freien Meinungsbildung.

Mittlerweile nutzen 81 Prozent der zahlenden Online-Leser ihre regionale Tageszeitung im Abo, ein signifikanter Anstieg gegenüber 70 Prozent im Jahr 2023. Diese Entwicklung ist laut Studie auf den Ausbau kostenpflichtiger Angebote und die Einführung verschiedener Abo-Modelle zurückzuführen.

Fast die Hälfte der Paid Online-Nutzer (48 Prozent) greift mindestens einmal täglich auf Artikel zu, und 17 Prozent nutzen diese Angebote sogar mehrmals täglich. Diese intensive Nutzung zeigt sich auch beim E-Paper, das von 46 Prozent der Leserinnen und Leser täglich und von 13 Prozent mehrfach am Tag genutzt wird. Zudem akzeptie-ren 45 Prozent der zahlenden Online-Nutzer Werbung auf ihren Plattformen, da sie den Zugang zu hochwertigen Inhalten schätzen.

Aus Sicht von Carsten Dorn, Geschäftsführer der Score Media Group, bieten die kos-enpflichtigen digitalen Formaten erhebliche Potenziale für Werbetreibende. Die Score Media Group habe daher einen klaren Fokus darauf gelegt, Werbungtreibenden neben Print vor allem auch innovative und effektive Werbemöglichkeiten in den bezahlten digitalen Angeboten zu bieten.

Die Zeitungsfacetten-Studie steht hier kostenlos zum Download bereit: https://score-media.de/presse/downloadbereich/

(Quelle: Score Media, PM 16.05.2024)

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III. Tarifpolitik

BDZV zu neuem GTV für Redakteurinnen und Redakteure

Im Vorfeld der Verhandlungen mit der dju in ver.di über einen neuen Gehaltstarifver-trag (GTV) für Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen hat unser Bundes-verband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) auf die aktuelle Marktsituation für die Zeitungsbranche aufmerksam gemacht:

"Gemeinsam stehen wir für verlässliche und nutzwertige Informationen für unser Publikum, rund um die Uhr, sieben Tage die Woche. Auf diesem Feld bewegen sich heute aber zahlreiche Player, lokal, national, international - was zu einem so bisher nie dagewesenen Konkurrenzdruck führt", erklärte der Verhandlungsführer des BDZV und Vorsitzende des Sozialpolitischen Ausschusses (SPA), Georg Wallraf.

Zu der anhaltend herausfordernden Lage im Werbe- und Vertriebsmarkt träten die hohen Investitionen in die fortschreitende Digitalisierung der Branche und ihrer Produkte. "Zugleich sehen wir die große Leistung, die auf einem volatilen Markt in den Unternehmen und ganz besonders in den Redaktionen erbracht wird", betonte Wallraf. "Dieses Engagement wird in dem uns möglichen Rahmen Berücksichtigung finden." Allerdings halte er die Eingangsforderung der dju in ver.di von zwölf Prozent Gehaltssteigerung binnen zwölf Monaten für so offensichtlich vollkommen überzogen, dass er an den Marktkenntnissen der Arbeitnehmerseite zu zweifeln beginne.

Die dju in ver.di hatte den jüngsten Tarif-Abschluss des BDZV mit dem Deutschen Journalisten-Verband nie offiziell anerkannt und den Gehaltstarifvertrag einseitig gekündigt. Die erste Verhandlungsrunde findet am 27. Mai in Berlin statt.

(Quelle: bdzv.de, 17.05.2024)

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IV. Auszeichnungen

Wächterpreis: Auszeichnungen für Beiträge aus SZ und Main-Post

Für ihre Recherchen zur Ahrtal-Flutkatastrophe werden vier Reporter rheinland-pfälzischer Medienhäuser mit dem Wächterpreis der Tagespresse ausgezeichnet. Den mit 10.000 Euro dotierten ersten Preis teilen sich Karin Dauscher („Rheinpfalz“), Bastian Hauck „Rhein-Zeitung“), Sebastian Stein („Trierischer Volksfreund“) und Stephen Weber („Allgemeine Zeitung“).

Die vier Landtagskorrespondenten hatten gemeinsam zu Ursachen und Verlauf der Ahrtal-Katastrophe im Juli 2021 recherchiert. In mehr als 100 Beiträgen hätten sie „behördliches und politisches Versagen“ enthüllt, heißt es in der Begründung der Jury. Sie lobt den „gewichtigen Dienst“ des Recherche-Teams an der demokratischen Öffent-lichkeit.

Mit dem zweiten Preis und dritten Preis werden Beiträge aus der Süddeutschen Zeitung von Nicola Meier und Vivian Pasquet und von dem Autorenteam Angelika Kleinhenz, Jonas Keck und Henrik Rampe von der Würzburger „Main-Post“ gewürdigt.

Die Stiftung Freiheit der Presse vergibt den Preis seit 1969 an Journalistinnen und Journalisten, die mit hartnäckigen Recherchen Missstände aufdecken und kritisch darüber berichten. Überreicht werden die diesjährigen Preise am 27. Juni 2024 im Frankfurter Römer. Der Stiftungsrat besteht aus sieben Mitgliedern, die entweder Zeitungsverleger sein müssen oder Inhaber oder maßgeblicher Mitinhaber von Verlagsrechten an einer Zeitung sind.  Sie werden von den Landesverbänden der Deutschen Tageszeitungsverleger, die im Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger organisiert sind, jeweils für vier Jahre gewählt.

(Quelle: bdzv.de, 17.05.2024)

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