VBZV-Newsletter 31/2018

 

I. Medienpolitik

Datenschatz der Tech-Riesen in Europa zugänglich machen
BDZV-Präsident Döpfner begrüßt Vorschlag der EU-Ratspräsidentschaft

Die deutschen Zeitungsverleger begrüßen ausdrücklich den Vorschlag der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft, große Internetkonzerne wie Google, Amazon und Facebook zur Öffnung ihrer Datenpools zu bewegen. BDZV-Präsident Dr. Mathias Döpfner, zugleich Vorstandsvorsitzender der Axel Springer SE, erklärte, dass Zeitungen und andere Unternehmen in Deutschland und Europa mit den anonymisierten Nutzungsdaten der Tech-Riesen ihr Werbe- und Nutzergeschäft künftig auf eigene Rechnung führen könnten. „Obendrein können wir den Datenschatz nutzen, um daraus Erkenntnisse für neue eigene Produkte zu gewinnen“, sagte Döpfner und verwies in diesem Zusammenhang auf das Kartellverfahren gegen Bell System von 1956. „Das Unternehmen wurde damals gezwungen, seine Patente an Wettbewerber zu lizenzieren. Diese Entscheidung war ein Grundstein für die Entstehung des Silicon Valleys. Es ist höchste Zeit, dass die europäischen Länder die Hoheit über ihre Daten zurückgewinnen.“

Die EU-Ratspräsidentschaft, die derzeit bei Österreich liegt, will mit diesem Vorschlag den Vorsprung US-amerikanischer Internetkonzerne gegenüber ihren europäischen Wettbewerbern eingrenzen. „Wir brauchen auch jene Daten, die europäische Konsumenten in ausländische Systeme einspielen“, zitiert in diesem Zusammenhang das „Handelsblatt“ die österreichische Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck. Danach sollen US-Internetunternehmen mit mehr als 30 Prozent Marktanteil in Europa zur Herausgabe ihrer Daten animiert werden. 

(Quelle: BDZV, PM 11.10.2018)

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II. Verlagswesen

 

Nutzer verbringen mehr Zeit im Netz – Nutzungsfrequenz von Audio- und Videoinhalten steigt

Internetnutzer in Deutschland sind täglich im Schnitt 196 Minuten online. Das sind 47 Minuten länger als im Vorjahr. Insgesamt sind in Deutschland aktuell 63,3 Millionen Menschen ab 14 Jahren online, dies entspricht einem Anteil von 90,3 Prozent. Die Steigerung liegt bei 0,9 Millionen bzw. 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Besonders deutlich ist die Zahl der Menschen gestiegen, die das Internet täglich nutzen, das Plus liegt hier bei 3,8 Millionen. Seit 2015 hat sich dieser Personenkreis um knapp 10 Millionen Menschen, von 44,5 auf 54,0 Millionen, erhöht und liegt aktuell bei 77 Prozent. Zum Medienkonsum wird das Internet von 39 Prozent täglich genutzt. Der Rest verteilt sich auf die Individual-Kommunikation wie zum Beispiel dem Schreiben von Nachrichten mit Messenger-Diensten sowie das Surfen, Shoppen, Suchen und Spielen.

Auch die Nutzungsfrequenz von Audio- und Videoinhalten hat weiter zugenommen. Die zumindest wöchentliche Nutzung von Video online-Angeboten liegt bei 60 Prozent, im Vorjahr lag sie noch bei 52 Prozent. Der Zuwachs basiert auf Nutzungssteigerungen bei Videoportalen (39 Prozent nutzen sie mindestens einmal wöchentlich, plus 8 Prozentpunkte), bei Video-Streamingdiensten (31 Prozent, plus 8 Prozentpunkte) sowie bei Sendungen in den Onlineangeboten der Fernsehsender (24 Prozent, plus 6 Prozentpunkte). Auch die wöchentliche Audionutzung hat weiter zugenommen: Mit 49 Prozent (plus 3 Prozentpunkte) hört rund die Hälfte der deutschsprachigen Bevölkerung einmal in der Woche oder häufiger Audioformate im Internet. Dabei werden Musik-Streamingdienste wie Spotify, Apple Music oder Amazon Music mit dynamischem Wachstum von 27 Prozent wöchentlich oder öfter genutzt. Konstant 14 Prozent hören Radioprogramme live über das im Internet, bei den 30- bis 49-Jährigen sind es 20 Prozent. Die On-demand-Nutzung von Radiosendungen und Audio-Podcasts liegt in etwa auf dem Niveau des Vorjahres: 4 bzw. 3 Prozent der Menschen nutzen diese Angebote mindestens einmal pro Woche.

(Quelle: ARD, PM 10.10.2018; SZ, 11.10.2018)

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Die Glaubwürdigkeit von Medien steigt wieder

Nach der Studie "Brand Safety, Trust & Credibility", die der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) am 08.10.2018 vorstellte, kommt es mehr denn je auf den Absender einer Nachricht an. Tenor der Studie: Je stärker eine Marke als Zeitschrift oder Zeitung ist, desto größer ist die Glaubwürdigkeit auch im Netz.

Fake-News haben es nicht mehr so leicht. Das Vertrauen in Nachrichten aus dem Internet ist stark gesunken. Waren es 2016 noch 24 Prozent der Menschen, die dem Medium "eher oder voll und ganz vertraut" haben, so sind 2017 daraus 10 Prozent geworden. Auch wenn 61 Prozent der Deutschen Angst vor Fake-News haben, heißt das aber nicht, dass Online-News keine Glaubwürdigkeit mehr haben. So sind auf
Facebook Nachrichten von öffentlich-rechtlichen Sendern mit 93 Prozent, von Tageszeitungen mit 87 Prozent "sehr und eher vertrauenswürdig". Generell erreichen Nachrichten in sozialen Netzwerken nur einen Wert von knapp 30Prozent, "sehr vertrauenswürdig" erscheinen dem Leser nur zwei Prozent, in der Zeitung sind es 66 Prozent.

Allerdings schauen die sog. Digital Natives, also Menschen, die höchstens Anfang 20 sind, zwar inzwischen auch stärker auf den Absender von Nachrichten, doch deren Vertrauen gilt weniger stark den etablierten Medienmarken. Ihr "Trust", so die Studie, entstehe bei Digital Natives vielmehr durch eine "Einfach mal ausprobieren"-Mentalität.

Interessant sind die Studienergebnisse für die Werbewirtschaft insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um die sog. "Brand Safety", also die Sicherheit für die Markenführung. Es geht um das verantwortungsvolle Investieren von Werbegeldern in vertrauenswürdige Medien. Werbeumfelder können in sozialen Netzwerken oft kontraproduktiv für werbungtreibende Unternehmen sein und Marken können von seriösen redaktionellen Medien profitieren. Gruner + Jahr-Chefin Julia Jäckel sorgte im vergangenen Jahr mit einem Apell an die Werbewirtschaft für Aufsehen: Die Werbewirtschaft sei angehalten, durch die finanzielle Absicherung der klassischen Medien ihren Beitrag zum Erhalt der demokratischen Gesellschaftsordnung in Deutschland zu leisten und mehr Werbegelder in die klassischen Medien zu investieren.

(Quelle: sueddeutsche.de, 07.10.2018; VDZ.de, 08.10.2018)

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III. Aus den Verlagen

AGOF: inFranken.de zählt zu den Top 25 Nachrichtenangeboten in Deutschland

Das regionale Nachrichtenportal der Mediengruppe Oberfranken inFranken.de erreichte im September laut Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung (AGOF) 3,4 Millionen Unique Usern und reiht sich damit auf Platz 24 der reichweitenstärksten Informationsplattformen ein. Die Reichweite erhöhte sich um 28 Prozent zum Vormonat. Auch die IVW-Zahlen von September weisen mit neun Millionen Visits den bisher stärksten Monat von inFranken.de aus.

Gründe für den Reichweitenzuwachs sind nach Angaben der Betreiber insbesondere die gestiegene Nutzung der mobilen Website sowie der Erfolg der kontinuierlichen Suchmaschinenoptimierung sind nach Unternehmensangaben verantwortlich für den Reichweitenzuwachs. Allein rund 6,9 Millionen Besucher kamen über mobile Endgeräte auf das Portal. Die durch SEO-Maßnahmen erzielte gute Platzierung einzelner inFranken.de-Artikel in der organischen Suche als auch bei Google News führten zum weiteren Anstieg der Klickzahlen. Hohe Abrufzahlen generierten im September etwa die Berichterstattung über das Verschwinden Daniel Küblböcks auf der AIDA, die Folgen des Sturmtiefs Fabienne und der Brand im Ankerzentrum für Flüchtlinge in Bamberg.

„Wir werden die neugewonnene Stärke von inFranken.de bei nationalen Nachrichten nutzen, um unsere Inhalte auch gezielt überregional zu vermarkten", sagt Gero Schmitt-Sausen, Geschäftsführer von inFranken.de. „Der Kern des Angebotes liegt aber weiterhin klar auf den regionalen Themen, die in Zukunft durch hochwertige Premium-Services für die fränkische Leserschaft ergänzt werden sollen“, so Schmitt-Sausen weiter

inFranken.de ist ein Angebot der Mediengruppe Oberfranken und beschäftigt 28 Mitarbeiter. Im fränkischen Vergleich nimmt inFranken.de eine Pole-Position ein: Das Portal ist die Nr. 1 unter den News-Angeboten in der Region. So entfällt die höchste Reichweite aktuell auf Nachrichten (23,7 Millionen Seitenaufrufe). Künftig soll das Angebot auch bei den Nutzwert- und Ratgeberthemen weiter ausgebaut werden.

(Quelle: MGO, PM 10.10.2018)

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IV. Aus den Verbänden

Henrik Franz neuer Justiziar beim VBZV

Am 1. Oktober hat Herr Henrik Franz (48) seine Tätigkeit als Justiziar unseres Verbands aufgenommen. Zuvor war er zehn Jahre für die AOK Hessen tätig, wo er u.a. die Bereiche Gewerblicher Rechtsschutz und Wirtschaftsrecht betreut hat. Davor war der studierte Volljurist und Fachanwalt für Arbeitsrecht in verschiedenen Kanzleien tätig.

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V. Auszeichnung

Bayerischer Printpreis 2018: Ehrenpreis für Thorsten Fischer

Der Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten 2018 geht an Thorsten Fischer – Gründer, Eigentümer und CEO der Flyeralarm GmbH mit Sitz in Würzburg. Ministerpräsident Dr. Markus Söder: „In nur 16 Jahren hat Thorsten Fischer mit innovativen Ideen eine der führenden Online-Druckereien Europas aufgebaut und die Druckbranche revolutioniert. Thorsten Fischers unternehmerisches Handeln ist von Mut, Leidenschaft, Ideenreichtum und hoher Veränderungsbereitschaft geprägt. Er hat ‚online‘ mit ‚Print‘ verbunden und konsequent alle Geschäftsprozesse des Druckgeschäfts digitalisiert. Mit dem Internet als Vertriebskanal und dem Sammeldruck als effizienter Produktionsform ist es Thorsten Fischer gelungen, Drucksachen schneller, preiswerter und ressourcenschonender zu produzieren und zu vermarkten. Sein Erfolg ist beispielhaft für die Innovationskraft der Print-Branche und für Digitalisierung made in bavaria.“

Die Flyeralarm GmbH beschäftigt mehr als 2.200 Mitarbeiter, die Mehrzahl an den bayerischen Standorten Würzburg, Marktheidenfeld und Greußenheim. Das Unternehmen ist in 16 Staaten engagiert und erwirtschaftet einen Umsatz von über 340 Mio. Euro pro Jahr. 2012 und 2017 zählte es zu „Bayerns Best 50“ und erhielt die gleichnamige Auszeichnung des Bayerischen Wirtschaftsministeriums für besonders wachstumsstarke Unternehmen.

(Quelle: Bayerische Staatsregierung, PM 11.10.2018)

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