VBZV-Newsletter 12/2019

 

 

I. Digital

Axel Springer klagt erneut gegen Ad Blocker-Anbieter Eyeo

Erneut hat der Axel Springer Verlag Klage beim Landgericht Hamburg gegen die Kölner Firma Eyo eingereicht, diesmal wegen Urheberrechtsverletzungen. Eyeo bietet Internetnutzern den Werbebocker AdBlock Plus an.

Nach Ansicht des Verlags verändern Werbeblocker die Programmiercodes von Webseiten und greifen damit direkt in das rechtlich geschützte Angebot von Verlagen ein. Man habe festgestellt, dass Werbeblocker durch eine unzulässige Umarbeitung bzw. Vervielfältigung der Webseitenprogrammierung das Urheberrecht der Medienangebote verletzten. Durch die Blocker werde langfristig nicht nur eine zentrale Finanzierungsgrundlage von digitalem Journalismus beschädigt, sie gefährdeten auf Dauer auch den offenen Zugang zu meinungsbildenden Informationen im Internet. „Das werden wir nicht hinnehmen“, so Claas-Hendrik Soehring, Leiter Medienrecht bei Axel Springer

Der BGH hatte bereits im April 2018 in einem Rechtsstreit zwischen Axel Springer und Eyeo entschieden, damals zugunsten der Kölner Firma. Der Anbieter des Werbeblockers betreibe keinen unlauteren Wettbewerb und auch keine rechtswidrige aggressive Geschäftspraxis, hieß es damals im Urteil. Axel Springer hatte argumentiert, sein Geschäftsmodell sei durch das Unterdrücken von Werbung auf seinen Internetseiten gefährdet.

Mit einer ähnlichen Argumentation wie jetzt hatte Axel Springer in seinem langjährigen Streit mit Adblockern bereits Erfolg. Das Landgericht Hamburg hatte im Jahr 2016 die Adblocker-Sperre auf bild.de als "Softwareverschlüsselung" bezeichnet, deren Umgehung nach dem Urheberrecht unzulässig sei. In den weiteren Verfahren mehrerer Verlage gegen Eyeo war die urheberrechtliche Argumentation jedoch konstant zurückgewiesen worden. Das Oberlandesgericht Köln hielt fest: "Ein urheberrechtlicher Anspruch darauf, dass ein Angebot nur so genutzt wird, wie es bestimmungsgemäß wahrgenommen werden soll, würde darauf hinauslaufen, dem Nutzer vorzuschreiben, wie er Inhalte zu rezipieren hat." Stattdessen sah die Kammer in dem Geschäftsmodell "Acceptable Ads", bei dem Website-Betreiber für die Freischaltung bestimmter Werbung zahlen sollen, einen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht. Diese Auffassung wurde jedoch vom  Bundesgerichtshof in Karlsruhe vollumfänglich zurückgewiesen.

(Quelle: meedia.de, heise.de, handelsblatt.de, spiegel.de 08.04.2019)

Seitenanfang

 

II. Vermarktung

Score Media bietet sein Portfolio auch geteilt an

Score Media, Vermarkter von Regionalzeitungen, will sein Portfolio künftig "kleinteiliger und feiner" anbieten, kündigte der Geschäftsführer des Regionalzeitungsvermarkters Carsten Dornim Interview gegenüber dem Branchendienst Horizont an. Auch regional angepasste Motive seien denkbar. Gemeinsame, zeitgleiche Themen-Specials sollen Werbekunden planbare Umfelder bieten und auch jene anlocken, die bisher nicht in Regionalzeitungen werben, etwa Dax-Konzerne. 

Zur Vermarktungsallianz der Score Media Group zählen aktuell 30 Verlagshäuser mit mehr als 270 regionalen Tageszeitungsmarken. Die durchschnittlich verkaufte Auflage der Score Media-Titel liegt bei 9,5 Millionen Exemplaren pro Tag (Score Media Max, eigene Angabe auf Basis IVW/ IVW-VA), die konvergente Reichweite bei 53 Millionen Konsumenten (ma Intermedia Plus 2018, Leser/Ausgabe & User/Monat, E14+).

(Quelle: turi2, 25.03.2019; horizont.net, 25.03.2019)

Seitenanfang

 

III. Pressewesen

Der Deutsche Presserat hat seinen Jahresbericht 2018 vorgelegt: Beschwerden auf dem zweithöchsten Stand in der Geschichte des Presserats 


Die Zahl der Beschwerden beim Presserat ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen: 2.038 Leserinnen und Leser wandten sich 2018 an die Freiwillige Selbstkontrolle der Presse. Dies ist der zweithöchste Stand in der Geschichte des Presserats nach dem Rekordjahr 2015 mit 2.358 Beschwerden.

Der Presserat erteilte mit allein 28 Rügen auch wieder mehr Sanktionen als 2017 (21 Rügen). Die meisten Rügen bezogen sich auf Verletzungen des Persönlichkeits- und Opferschutzes nach Ziffer 8 des Pressekodex, gefolgt von Rügen wegen der Vermischung von Werbung und Redaktion nach Ziffer 7.

Vielen Beschwerden gemeinsam war ein medienkritischer Unterton. Zudem gab es 2018 zahlreiche Beschwerden zu politisch brisanten Themen wie Migration und Rechtspopulismus. „Als Freiwillige Selbstkontrolle entscheiden wir nicht über verschiedene Deutungen eines Geschehens – solange die Deutungen auf korrekten Fakten beruhen“, so der Sprecher des Presserats Volker Stennei. „Der verantwortungsvolle Umgang mit Informationen ist Voraussetzung für die Glaubwürdigkeit der ethisch gebundenen Presse“.

Der Jahresbericht steht auf der Homepage des Presserats zum Download bereit. 
https://www.presserat.de/fileadmin/user_upload/Statistiken/DPR_Jahresbericht_2018_04_09.pdf

(Quelle: Presserat, PM 09.04.2019)

Seitenanfang

 

III. Aus den Verlagen

Nürnberger Nachrichten in neuem Layout

Seit dem 8. April erscheinen die Nürnberger Nachrichten in einem neuen Design. Die Zeitung setzt damit ihre Offensive in Sachen Lesernähe fort. Der Relaunch, an dem die Nürnberger Nachrichten und der verantwortliche Designer Dieter Steinhauer, Art Director des zur NN-Unternehmensgruppe gehörenden Sportmagazins kicker eineinhalb Jahre gearbeitet haben, wird von einer Image-Kampagne begleitet.

Das überarbeitete Erscheinungsbild zielt auf verbesserte Lesbarkeit, bessere Orientierung und mehr Offenheit und Transparenz.  Alexander Jungkunz und Michael Husarek, die beiden Chefredakeure der „NN“ sprechen von einer ansprechenden Verpackung für die von den Lesern wertgeschätzten Inhalte einer guten Regionalzeitung. So wurde u. a. auch eine neue und größere Schrift eingeführt. Überschriften-Typen mit einem rot gesetzten Schlagwort machen es den Lesern leichter zu entscheiden, ob ein Thema sie interessiert oder nicht. Klar strukturierte und gewichtete - sogenannte „entschiedene“ - Seiten signalisieren den Lesern auf einen Blick, welches die zentralen Themen des Tages sind. Die Redaktion setzt verstärkt auf Nähe zum Leser und zeigt Gesicht: Jeder Kommentar wird mit einem Porträtfoto der Autorin oder des Autors sowie mit einer E-Mail-Adresse zum schnellen Austausch versehen.

Struktur und Inhalt wurden beim Relaunch nicht angetatstet: „Orientierung ist das A und O. Die Leser sollen sich weiterhin zu Hause fühlen“, sagt Georg Klietz, Projektverantwortlicher und Chef vom Dienst der NN. 

Die optische Auffrischung der Nürnberger Nachrichten wird mit einer großflächigen Kampagne begleitet, bei der die Redaktion ebenfalls Gesicht zeigt: Sechs bekannte Redakteurinnen und Redakteure werben auf Plakaten und in Anzeigen unter dem Slogan „Mehr Heimat. Mehr Meinung. Mehr Lesevergnügen.“ für ihre Zeitung.

Die Kampagnenmotive sind in Nürnberg, Fürth und Erlangen auf Citylight- und Großflächenplakaten zu sehen; außerdem ziert ein acht mal zehn Meter großes Plakat gut einen Monat lang das Verlagsgebäude. Darüber hinaus wirbt die NN mit Radiospots, in Anzeigen, Beilagen, Mailings und über Social Media für ihr neues Outfit.

Für die Verlegerinnen der Nürnberger Nachrichten, Bärbel Schnell und Sabine Schnell-Pleyer, ist das neue Layout nicht nur ein Service für die Kundinnen und Kunden, sondern auch ein Bekenntnis zur Tageszeitung als Printprodukt. „Wir glauben fest an die Zukunft eines unabhängigen Qualitätsjournalismus – auf allen Kanälen, von der gedruckten Ausgabe bis hin zu digitalen Produkten“, sagen sie.

(Quelle: Verlag Nürnberger Presse, PM 08.04.2019)

Seitenanfang

 

Mehr Qualitätsjournalismus für Kinder: Neues Kindermagazin bei der Augsburger Allgemeinen

Die Augsburger Allgemeine bringt ein neues regionales Magazin für Kinder heraus und vergrößert damit das journalistische Angebot für junge Leser. Seit dem  29. März erscheint alle zwei Wochen das Capito-Magazin und ergänzt durch seinen regionalen Schwerpunkt die täglich in der Zeitung erscheinende Kinderseite Capito. In dem 24-seitigen Abonnement-Produkt werden Kinder aus der Region porträtiert, aktuelle Themen regional umgesetzt, es geht um Umweltschutz und Naturthemen und es gibt Mitmach-Seiten und Rätselspaß. Im Capito-Magazin wird auch die beliebte Zeitungsserie „Oma und Opa erzählen“ fortgesetzt, in der Senioren aus dem Verbreitungsgebiet Kindern von ihrer Kindheit berichten. 

Die verantwortliche Redakteurin Lea Thies erklärt: „Capito ist eine der beliebtesten und erfolgreichsten Marken innerhalb der Zeitung. Es ist eine logische Fortsetzung, diese Stärke auch einem neuen Kindermagazin mitzugeben.“ Und Chefredakteur Gregor Peter Schmitz ergänzt: „Das Heft entsteht mitten in der Redaktion der Augsburger Allgemeinen. Damit trägt es hochwertige Inhalte und bildet die Region kindgerecht und authentisch ab. Eine sehr gelungene Team-Arbeit zwischen Verlag und Redaktion.“ 

Das Kindermagazin Capito ist als Abonnement erhältlich unter www.capito-magazin.de.

(Quelle: PDV, PM 29.03.2019)

Seitenanfang

 

IV. Aus den Verbänden

Wirtschaftsverbände starten Kampagne „Am 26.5. Europa wählen!“

Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) wirbt für Europa und eine Beiteiligung an den anstehenden Parlamentswahlen unter dem Slogan „Am 26.5. Europa wählen!“und begleitet die Debatte rund um die Europawahl mit einer Vielzahl von Veranstaltungen und Aktionen in ganz Bayern. 

Die wichtigsten Positionen der vbw zur Europawahl stehen unter https://clever-waehlen.eubereit.

Auf www.zukunft-wählen-europa.de bietet die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) Informationen zur Europawahl. Der BDA und seine Mitglieder zeigten damit klar Flagge für ein geeintes Europa, so BDA-Hauptgeschäftsführer  Steffen Kampeter.

Die Europawahlen finden vom 23. bis 26. Mai 2019 statt. In Deutschland wird am Sonntag, dem 26. Mai gewählt. 

Quelle: vbw, PM 09.04.2019; BDA-Agenda 1/2019, 09.04.2019)

Seitenanfang

 

 

V. Auszeichnungen

NOVA – Innovation Award der deutschen Zeitungen

Der BDZV hat den NOVA – Innovation Award der deutschen Zeitungen 2019 erneut ausgeschrieben: Der Preis wird je einmal in den Kategorien Produktinnovation, Vermarktungsinnovation und Neue Geschäftsfelder vergeben. Eingereicht werden können innovative Produkte, Projekte, Konzepte, die deutsche Zeitungen seit 2018 entwickelt haben. Die Ausschreibungsunterlagen sind unter www.nova-award.de abrufbar. Unterstützt wird der BDZV bei diesem Projekt von der Unternehmensberatung Schickler, Hamburg.

Mit dem Preis werden die jeweils besten Produkt-Neueinführungen gedruckt und digital, außergewöhnliche Geschäftsmodelle, kreative Strategien und Vermarktungsideen geehrt. Ausgezeichnet werden innovative Leistungen für Leser/Nutzer und Werbekunden ebenso wie beispielsweise die Erschließung neuer Märkte außerhalb des Kerngeschäfts der Zeitungen.

Über die Preisvergabe entscheidet eine unabhängige Jury: Meinolf Ellers (CDO, dpa), Hamburg; Dr. Wolfram Kiwit (Chefredakteur, „Ruhr-Nachrichten“), Dortmund; Rolf-Dieter Lafrenz (geschäftsführender Gesellschafter, SCHICKLER Unternehmensberatung), Hamburg; Freya Oehle (Start-up-Gründerin) Hamburg, Larissa Pohl (Chief Strategy Officer Europe, Wunderman), Hamburg; Jörg Rheinboldt (Geschäftsführer APX, Axel Springer Porsche), Berlin; Martin Wunnike (Vorsitzender der Geschäftsführung, „Mittelbayerische Zeitung“) ,Regensburg.

Der NOVA – Innovation Award wird beim Zeitungskongress des BDZV am 23./24. September in Berlin verliehen. Der Einreichungsschluss für den Wettbewerb ist der 17. Mai 2019.

(Quelle: bdzv.de, 29.03.2019)

Seitenanfang


Fenster schließen