VBZV-Newsletter 09/2019

 

 

I. Bayerischer Verlegerabend in Berlin – Ministerpräsident Dr. Markus Söder als Festredner – Prof. Ursula Münch spricht Key Note

In der kommenden Woche, am 20. März 2019, findet unsere jährliche Verbands-tagung statt, diesmal in Berlin in der Bayerischen Landesvertretung. Nach einer Begrüßung durch unseren Ersten Vorsitzenden Andreas Scherer wird Prof. Dr. Ursula Münch, Direktorin der Akademie für Politische Bildung, Tutzing, die Key Note zu der Rolle und Zukunft von Zeitungen in der digitalen Gesellschaft sprechen. Die Festrede wird der bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder halten. Die umfangreiche Gästeliste umfasst Persönlichkeiten aus der ganzen Medienbranche, der Bundes- und Landespolitik, Kultur und Wirtschaft und aus anderen Verbänden. 

Bereits am Nachmittag findet die nicht-öffentliche Mitgliederversammlung des VBZV statt. Dort werden auch die Vorsitzenden und der Vorstand turnusgemäß neu gewählt. 

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II. Medienpolitik

Urheberrechtsreform: Joint Statement der EU-Kreativverbände

240 europäische Verbände, die Autoren, Komponisten, Schriftsteller, Journalisten, Photographen repräsentieren, sowie Vertreter aller anderen künstlerischen Bereiche, Nachrichten-Agenturen, Buch-, Presse- und Musikverleger, Film- und unabhängige Musik-Produzenten appellieren an das Europäische Parlament, dem Vorschlag des Trilogs zu folgen und für die Reform des EU-Urheberrechts zu stimmen. Auch der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) gehört zu den Unterzeichnern. „Dies ist eine historische Gelegenheit“, heißt es in dem Statement vom 11. März. „Wir brauchen ein faires und nachhaltiges Internet für alle.“

Diegemeinsame Erklärungkann unter abgerufen werden unter www.bdzv.de/fileadmin/bdzv_hauptseite/aktuell/bdzv_branchendienste/bdzv_intern/2019/10_2019/Joint_Letter_update__without_logos_.pdf

Zuvor hatten sich auch die Chefredakteure und -Redakteurinnen deutscher Zeitungen zur Reform des EU-Urheberrechts an die Abgeordneten des Europaparlaments gewandt. „Es ist höchste Zeit, diese wichtige Richtlinie zu verabschieden und Klarheit zu schaffen“, betonen sie darin. Autoren sowie Verlage müssten angemessen an der digitalen Nutzung ihrer Werke durch Dritte beteiligt werden. Wer die wirtschaftlichen Grundlagen für Qualitätsjournalismus und die freie Presse in Zukunft sichern wolle, müsse die Rechte von Autoren und Verlagen stärken. 49 Chefredakteure haben den Appell als Erstunterzeichner unterstützt, der vom Chefredakteur der Saarbrücker Zeitung, Peter Stefan Herbst, initiiert worden ist. Inzwischen haben sich weitere Redakteure auch aus den VBZV-Mitgliedsverlagen dem Aufruf angeschlossen.

Der genaue Wortlaut und die Liste der Erstunterzeichner kann eingesehen werden unter https://kress.de/news/detail/beitrag/142242-es-ist-hoechste-zeit-klarheit-zu-schaffen-chefredakteurs-appell-zum-eu-urheberrecht.html

(Quelle: BDZV, PM 11.03.2019; Quelle: saarbruecker-zeitung.de, 01.03.2019)

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EU Digitalsteuer vorerst gescheitert

Die Einführung einer europäischen Online-Werbesteuer für große Digitalkonzerne ist zunächst gescheitert. Ein Kompromissvorschlag auf deutsch-französischer Initiative, der eine Umsatzsteuer von 3% auf Online-Werbeerlöse ab Januar 2021 vorsah, scheiterte am 12.03.2019 im Kreis der EU-Finanzminister am Widerstand einiger EU-Länder, darunter Irland, dem Europasitz von Facebook. Die rumänische EU-Ratspräsidentschaft will nun abwarten, ob es gelingt, auf internationaler Ebene durch die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) „bis Ende 2020“ eine Lösung zu finden. 

Die EU-Kommission hatte ursprünglich eine umfassendere Besteuerung vorgeschlagen. Für Digitalkonzerne mit einem globalen Jahresumsatz von mindestens 750 Millionen Euro sowie einem Online-Umsatz von 50 Millionen Euro sollten in Europa 3% auf die Umsätze gelten. Dabei sollte jedoch nicht nur Online-Werbung, sondern etwa auch der Verkauf von Nutzerdaten berücksichtigt werden.

Nach dem Scheitern des Kommissionsvorschlags brachte Frankreich im nationalen Alleingang bereits eine eigene Steuer auf den Weg; sie soll rückwirkend zum 1. Januar dieses Jahres gelten.

Der deutsche Bundesfinanzminister Scholz kündigte an, zunächst abzuwarten, ob bis zum Sommer 2020 eine Einigung auf internationaler Ebene erzielt werden kann. Sollte das nicht gelingen, werde die Bundesregierung noch einmal versuchen, eine europäische Lösung herbeizuführen. Im zweiten Halbjahr 2020 wird Deutschland die EU-Ratspräsidentschaft übernehmen und die europäische Agenda entscheidend mitbestimmen.

(Quelle: faz.net, 12.03.2019; sueddeutsche.de. 13.03.2019; zeit.de 13.03.2019)

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III. Vertrieb

Deutsche Post AG darf Briefporto erhöhen

Das Bundeskabinett billigte am gestrigen Mittwoch, 13. März 2019, eine Änderung der Postentgeltverordnung. Damit ermöglicht das Kabinett der Post eine stärkere Anhebung des Briefportos als bisher vorgesehen. Die neue Verordnung schreibt darüber hinaus einen größeren Preisspielraum für alle regulierten Postprodukte fest, d. h. auch für Postkarten. 

Die Bundesnetzagentur wird nun über den neuen Preisrahmen entscheiden, nach dem die Post dann die Höhe des Portos für ihre Produkte festlegt, das dann ab Sommer dieses Jahres gelten könnte. Branchenkreise sprechen von einem Anstieg des Portos für einen Standardbrief auf 85 bis 90 Cent. Derzeit kostet der Versand eines solchen Brief 70 Cent.  Die Bundesnetzagentur hatte der Post im Januar eine Erhöhung in Aussicht gestellt, die der Post jedoch nicht ausreichend erschien. Zuletzt gab es im Jahr 2016 beim Porto einen Preissprung von 8 Cent. 

(Quelle: FAZ, 14.03.2018)

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IV. Aus den Verlagen

Mediengruppe Oberfranken übernimmt Publimed Medizin und Medien GmbH

Die Mediengruppe Oberfranken Fachverlage GmbH & Co. KG (MGO Fachverlage) mit Sitz in Kulmbach hat rückwirkend zum 1. Januar 2019 die Publimed Medizin und Medien GmbH gekauft. Mit dem Erwerb des medizinischen Fachverlags erweitert die Tochter der Mediengruppe Oberfranken ihren Bereich Frauenheilkunde und wächst zu einem der größten Fachverlage für Fachärzte in der Medizin.

Die Publikationen des Münchener Fachverlags Publimed Medizin und Medien GmbH richten sich an Gynäkologen und Urologen. Dazu gehören die Fachzeitschrift FRAUENARZT, die Eigentum und offizielles Organ des Berufsverbands der Frauenärzte (BVF) und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG) ist, sowie die Fachzeitschrift UroForum. Publimed betreibt zudem die Online-Datenbanken gynkongress.com und urologische-fortbildung.de mit allen wichtigen nationalen und internationalen Fortbildungsveranstaltungen aus Gynäkologie und Urologie.

Mit der Übernahme der Publimed Medizin und Medien GmbH wird sich Dr. Uwe Schreiber aus der Geschäftsführung und Verlagsleitung zurückziehen. „Ich bin zufrieden, dass die Publimed mit der Mediengruppe Oberfranken eine kompetente neue Heimat gefunden hat. Als Berater werde ich nun die Überleitung zur MGO begleiten‘‘, verlautet Schreiber. „Neben Herrn Dr. Schreiber konnten wir mit Hans-Jürgen Kuntze einen ausgewiesenen Fachverlagsexperten gewinnen, der für uns in München die Verlagsleitung übernehmen und die Umstellung aktiv begleiten wird. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Herrn Dr. Schreiber und Herrn Kuntze sowie den beiden großen gynäkologischen Fachgesellschaften BVF und DGGG‘‘, so Bernd Müller, Geschäftsführer der MGO Fachverlage. Der Sitz in München wird mit acht Mitarbeitenden erhalten bleiben.

Am 14. Januar 2019 stimmte das Bundeskartellamt dem Erwerb der Publimed Medizin und Medien GmbH zu. Damit umfasst das vielseitige Portfolio der Mediengruppe Oberfranken Fachverlage GmbH & Co. KG 22 Fachtitel, für die 73 Mitarbeitende an den Standorten Kulmbach, Wien und München tätig sind. Bereits im letzten Jahr hatte die MGO Fachverlage durch den Zukauf der Westermayer Verlags-GmbH zum 1. Januar 2018 ihr Medizinportfolio um den Bereich Nervenheilkunde erweitert.

Die Mediengruppe Oberfranken Fachverlage GmbH & Co. KG bündelt Fachmedien, wissenschaftliche Publikationen und aktuelle Themen in den Bereichen Gesundheitsmanagement, Medizin, Optik, Naturheilkunde, Bildung und Immobilien unter einem Dach. Das breit angelegte Sortiment umfasst 22 Fachtitel und 20 Marken. Mehr unter www.mgo-fachverlage.de.

(Quelle: MGO, PM 11.02.2019)

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Mediengruppe Main-Post beteiligt sich an „The Digital Architects“

Die Würzburger Mediengruppe Main-Post baut ihre Kompetenz im Digitalgeschäft weiter aus und beteiligt sich am Unternehmen „The Digital Architects“ (TDA), das ebenfalls in Würzburg ansässig ist. „Nach dem Einstieg bei der Papay-Landois GmbH mit ihren Social-Media-Kanälen von ,Würzburg erleben‘ stellt die jetzige Beteiligung an „The Digital Architects“ einen weiteren Schritt auf dem Weg der Mediengruppe Main-Post hin zu einem innovativen Verlag mit einem umfassenden Digitalgeschäft dar“, sagte Main-Post-Geschäftsführer David Brandstätter. Ziel der Kooperation sei es, Geschäftskunden mit neuartigen Formaten zusätzliche Umsatzmöglichkeiten zu bieten. „Mit TDA haben wir einen starken Partner gewinnen können, der uns dabei hilft, bestehende Ressourcen mit digitalen Ideen aufzuladen. Das Kerngeschäft des Medienhauses, guter Journalismus, bleibt aber weiterhin im Zentrum unserer verlegerischen Aktivitäten“, so Brandstätter. 

„The Digital Architects“ versteht sich als Architekten für digitale Projekte und entwickeln Geschäftsmodelle auf Grundlage strategischer Zielsetzungen. Ergänzend zu Kundenprojekten entwickelt TDA auch eigene Digital-Produkte, wie etwa  PI TOUCH eine Interactive Signage-Lösung, die europaweit als Präsentationssoftware zum Einsatz kommt, oder die Plattform NEXT LEVEL, über die sich digitale Produkte wie E-Books, Live-Streaming und Videos anbieten und verkaufen lassen.

Neuestes Produkt der Digitalen Architekten ist das Communication Cockpit „COCO“. Es handelt sich dabei um ein Kommunikations-Management-System, über das alle relevanten Online-Marketing-Kanäle zentral organisiert werden können. Über „COCO“ lassen sich z.B. Webseiten verwalten, Newsletter erstellen und versenden, mobile Apps generieren sowie Social Media Ads und Google Ads managen. Das Tool ist breit einsetzbar, bei Apotheken, Ärzten Rechtsanwälten wie für Handwerksbetriebe. Der Launch ist für Mai 2019 geplant. 

(Quelle: Main-Post, PM 11.03.2019) 

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V. Auszeichnungen

Bürgerpreis der deutschen Zeitungen: „Bildungsarbeit ist Friedensarbeit“
BDZV verleiht Bürgerpreis der deutschen Zeitungen an Friederike und Clemens Ladenburger und die „Maria Ladenburger Stiftung“

Als eine „zutiefst beeindruckende Geste“ würdigte heute in Berlin der Präsident des BDZV, Dr. Mathias Döpfner, die hochherzige Entscheidung von Friederike und Dr. Clemens Ladenburger, 2018 unter dem Namen ihrer vor drei Jahren von einem afghanischen Asylbewerber in Freiburg ermordeten Tochter Maria eine Stiftung für Studierende an der Universität Freiburg zu gründen. Es wäre nur zu verständlich gewesen, so Döpfner, hätten die Eltern mit Hass, Verzweiflung, Anklage reagiert. Friederike und Clemens Ladenburger jedoch, beide von Haus aus Juristen, hätten „das Recht und die Nüchternheit des Rechtsstaats über den Hass und den gesunden Menschenverstand gestellt“. Er glaube, dass ihnen persönlich die Verankerung im Recht bei der Bewältigung dieses Schicksalsschlages geholfen habe.

In Ihrer Laudatio hob Elke Büdenbender, Ehefrau von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, die „gelebte Nächstenliebe“ von Friederike und Clemens Ladenburger hervor: „Ich bin der festen Überzeugung, dass Bildungsarbeit auch Friedensarbeit ist“, sagte Büdenbender. „Denn Bildung ist der Schlüssel zu einem besseren Leben, zu einem selbstbestimmten Leben, in dem man auch anderen ihr Lebensglück gönnt, in dem man sich in die Gesellschaft einbringt und für sich und andere Verantwortung übernimmt.“

Die Maria-Ladenburger-Stiftung soll junge Menschen ermutigen, sich umfassend zu bilden und ihre Persönlichkeiten zu entwickeln, um diese Zeiten gestalten zu können. 

Der Bürgerpreis wird seit dem Jahr 2010 vom BDZV für herausragendes bürgerschaftliches Engagement ausgeschrieben und ist mit 20.000 Euro dotiert. Die Jury besteht aus den 259 Chefredakteuren der BDZV-Mitgliedsverlage.

(Quelle: BDZV, PM 13.03.2019)

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