VBZV-Newsletter 17/2017

 

I. Medienrecht

Reduzierter Mehrwertsteuersatz auf elektronische Presseprodukte

Am 1. Juni 2017 wurde im Europäischen Parlament mit großer Mehrheit der Vorschlag der EU-Kommission angenommen, der es den Mitgliedsstaaten ermöglicht, den Mehrwertsteuersatz, für digitale Zeitungen, Periodika und E-Books dem jeweiligen reduzierten Mehrwertsteuersatz anzupassen.

Die deutschen Verlegerverbände hoffen nun auf eine rasche Genehmigung des Kommissionsvorschlags durch den EU-Ministerrat.

Marco Wanderwitz, kultur- und medienpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion hatte nach dessenVerkündung im vergangenen Dezember erklärt: "Sobald das Europäische Parlament und der Rat den Kommissionsvorschlägen zugestimmt haben, werden wir auf eine rasche nationale Regelung dazu dringen." In Deutschland gilt für gedruckte Presseprodukte der reduzierte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent, für digitale Ausgaben hingegen der volle Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent.

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Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz (UrhWissG): SZ-Geschäftsführung wendet sich an den Bundestag

Noch Ende Juni soll das Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz nach dem Willen der Bundesregierung im Bundestag endgültig verabschiedet werden, nachdem der Bundesrat bereits am 12. Mai sein Placet dazu gegeben hat.

Nun wendete sich die Geschäftsführung der Süddeutsche Zeitung, Stefan Hilscher und Dr. Karl Ulrich, am 29.05.2017 mit einem Schreiben an  das Parlament: „Wir bitten Sie nachdrücklich, den Gesetzesentwurf abzulehnen“.

Mit dem Gesetzesvorhaben sollen die Regelungen für die erlaubte Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke in Bildung und Wissenschaft sowie Bibliotheken, Museen und Archiven systematisiert und an die Bedingungen des digitalen Zeitalters angepasst werden.

So soll es lt. dem Willen der Bundesregierung künftig u.a. erlaubt sein, Zeitungs- und Zeitschriftenbeiträge sowie Bücher in den digitalen Angeboten öffentlicher Bibliotheken, bei Unterricht und Lehre sowie bei der Forschung zu nutzen, ohne dass die Verlage hierfür eine angemessene Vergütung erhalten, auch wenn sie  in ihren eigenen Onlinediensten und Archiven hierfür eine Bezahlung verlangen. Auch die Urheber erhalten allenfalls Pauschalvergütungen.

Die SZ-Geschäftsführer wiesen die Abgeordneten darauf hin, dass  die mit verheerenden Auswirkungen für die Verlagsbranche verbunden sei: Verlage sind darauf angewiesen, Verlagsprodukte auch in digitaler Form erfolgreich vermarkten zu können. Würde das UrhWissG in seiner aktuellen Fassung in Kraft treten, würde es Erlösmodelle behindern, welche die Verlage mit enormem Aufwand entwickelt haben, wie etwa die Lizenzierung von Einzelbeiträgen und die Bereitstellung von Datenbanken/-archiven sowie thematischen Presseschauen.

Allein bei der Süddeutsche Zeitung und den mit ihr verbundenen Fachverlagen entfielen damit Einnahmen in Höhe von mehreren Millionen Euro.

Mangels fehlender europarechtlicher Grundlage können Verlage derzeit an Ausschüttungen der Verwertungsgesellschaften (VG) nicht beteiligt werden. Reguläre, kalkulierbare Einnahmen aus der VG WORT haben Verlagshäuser derzeit nicht. Eine Verlegerbeteiligung, von welcher der Gesetzesentwurf ausgeht, liefe deshalb ins Leere. Hinzu kommt, dass die Verlage aktuell Rückforderungen der Verwertungsgesellschaften in dreistelliger Millionenhöhe ausgesetzt sind, da der Bundesgerichtshof die bisherige Ausschüttungspraxis der VG WORT für unzulässig erklärt hat.

Daher müsse der Gesetzgeber zumindest dafür Sorge tragen, dass der Vorrang der Lizenzangebote der Verlage vor gesetzlichen Nutzungsrechten umfassend in der Formulierung des UrhWissG verankert wird.

(Quelle: PM 01.06.2017 u.a.)

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II. Neue Medien

 

Facebook: Abschluss von Digitalabos über Instant Articels?

Medienberichten zufolge plant Facebook eine Abo-Funktion für den Vertriebskanal Instant-Articles, die über das klassische Abonnieren von über die Plattform geteilten Nachrichten hinausgeht. Nach einer Meldung des Wall Street Journal soll eine Verknüpfung der Instant-Articles und Bezahlinhalten ermöglicht werden - allerdings ausschließlich bei Handy-Nutzung.

Wie es heißt, reagieren die Betreiber des Social Networks damit auf wachsende Skepsis der Content-Anbieter gegenüber den Instant Articles. Medienhäuser reklamieren, dass die Erkennbarkeit der eigenen Marken auf Facebook verloren geht. Zuletzt verzeichnete das Netzwer prominente Abgänge. Unter anderem erklärten die New York Times und der Guardian ihren Ausstieg aus Instant Articles, weil sie ein zu geringes Monetarisierungspotential gesehen haben.

Instant Articels lockt mit der Option, den Leserkreis auszubauen und im Idealfall neue Zielgruppen zu erreichen. Hilfreich sind dabei die im Vergleich zu Inhalten auf den verlagseigenen Seiten deutlich kürzeren Ladezeiten. Hinzu kommt, dass sich mit Instant Articles über Werbung bei entsprechender Reichweite Geld verdienen lässt: der Share liegt bei 70 zu 30 für die Verlage, die ihre Inhalte über Facebook vermarkten. Bei vielen Verlagen findet allerdings ein Umdenken statt: Die Maximierung der Reichweite steht weniger im Vordergund, vielfach zielt die Digitalstrategie inzwischen primär auf eine möglichst starke Leserbindung, d. h. der Vertrieb von Digitalabos konzentriert sich auf die jeweils eigene Webseite.

Medienhäuser sollen nun also digitale Abos direkt über Facebook vertreiben können.

Schon im Frühjahr hatte Facebook auf die wachsende Skepsis reagiert und Verlagen erlaubt, per Instant Articles Probeabos für ihre digitalen Ausgaben zu vertreiben. "Wir arbeiten mit unseren Partnern zusammen, um ihre Geschäftsmodelle zu verstehen und Wege zu finden, wie wir ihnen helfen können, Facebook zur Wertschöpfung zu verwenden", wird ein Sprecher des Netzwerks im Wall Street Journal zitiert. Nach dem derzeitigen Stand könnte das Paid-Content-Modell bei Facebook ein Metered Modell werden, bei dem eine gewisse Anzahl an Bezahl-Artikeln frei ist. Offen bleibt, ob Facebook an den Erlösen beteiligt werden soll. Im Raum steht offenbar auch die Idee, den Verlagen das Geld zu belassen, die Zahlungsabwicklung aber in Facebooks Hände zu legen.

(Quelle: sueddeutsche.de,13.062017; t3n.de, 13.06.2017; meedia.de, 13.06.2017)

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III. Aus den Verlagen

 

Glaubwürdigkeitskampagne in Regensburg: Mittelbayerischer Verlag sucht den Dialog mit den Lesern

Etwa 75 Gäste haben am Mittwochabend im Verlagsgebäude der Mittelbayerischen Zeitung in einer Leserkonferenz mit der Redaktion darüber diskutiert, was guten Journalismus ausmacht. Die  Veranstaltung ist Teil der Glaubwürdigkeitskampagne des Medienhauses und war die erste ihrer Art in der Geschichte des Verlags.

In dem rund zweistündigen Gespräch stellten sich Vertreter der Redaktion, etwa Chefredakteur Manfred Sauerer, die Leiter der überregionalen Redaktion, Claudia Bockholt und Christian Kucznierz, oder der Social-Media-Verantwortliche Mathias Wagner, der Kritik der Leser und erklärten redaktionelle Entscheidungen und Prozesse. Geladen waren als Gäste explizit auch Kritiker der Redaktion. Moderiert wurde der Abend von den Redakteuren Jana Wolf und Katrin Wolf.

Neben Kritik äußerten sich die Gäste aber auch positiv über die Arbeit der Redaktion. Einige Leser sprachen sogar Dank aus für die Ende April gestartete Kampagne, die zeige, dass das Medienhaus seiner Verantwortung als Leitmedium für die Region nachkomme. Zu Wort kamen auch die Schriftstellerin Andrea Maria Schenkel und Clemens Prokop, Direktor des Amtsgerichts Regensburg und Präsident des Deutschen Leichtathletikverbands, die neben anderen Prominenten aus der Region der Kampagne ihr Gesicht geliehen hatten. Mit dem suspendierten Regensburger Oberbürgermeister Joachim Wolbergs befand sich ein weiterer Prominenter im Publikum, der sich allerdings nicht zu Wort meldete. Gegen Wolbergs wird wegen Bestechlichkeit ermittelt.

Eine Fortsetzung des Formats der Leserkonferenz ist angedacht.

Weitere Informationen und alle Inhalte der Glaubwürdigkeitskampagne der Mittelbayerischen unter www.mittelbayerische.de/glaubwuerdigkeit

(Quelle: PM 08.06.2017)

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Wechsel in der Redaktionsleitung beim Verlag „Der Bote“ Hanns Bollmann GmbH & Co.

Nach 37-jähriger Leitung der Lokalredaktion der Heimatzeitung „Der Bote für Nürnberg-Land“ verabschiedet sich Lorenz Märtl (65) in den Ruhestand.

Seine Nachfolge hat zum 01.06. Christian Geist (31) angetreten. Herr Geist, zuletzt Redakteur beim Magazin "Bergsteiger", war nach seinem Volontariat beim Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung dort als Redakteur und später Leiter der Lokalredaktion Plattling tätig.

(Quelle: PM 02.06.2017)

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Leben Mit Freunden – So bunt ist Deutschland!  – Logistic-Mail-Factory gestaltet Diversity Tag

Getreu dem Motto „Leben Mit Freunden“ gestalteten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Logistic-Mail-Factory, kurz LMF, den diesjährigen Diversity Tag. Alle deutschen Bundesländer waren vertreten. An 16 Aktionsständen konnten die Besucher sich über das jeweilige Bundesland informieren. Neben Zahlen zu Größe, Fläche, Einwohner sowie den Hauptstädten und Regierungsbezirken wurden Bauwerke und berühmte Persönlichkeiten vorgestellt. Über die Mundart sowie Dialekte aus den jeweiligen Bundesländern konnte man auch Kurioses erfahren. Highlight jeder Station waren kulinarische Köstlichkeiten aus der jeweiligen Region. Schwarzwälder Schinken, Weißbier, Spreewälder Gurken, Lübecker Marzipan, Fischsemmeln, Labskaus, Apfelwein, Baumkuchen und vieles mehr bescherten den Interessierten einen schmackhaften Nachmittag. Gewinnspiele, bei denen Wissen, Geschick oder Geschwindigkeit gefragt waren, rundeten den bunten Tag ab. Es ist für LMF die vierte Teilnahme als Unterzeichnerin der Charta der Vielfalt. Im letzten Jahr zum Thema „Land in Sicht – Liefern mit Freu(n)den Post international“. Zu diesem Anlass wurden allgemeine sowie postspezifische Informationen aus den Herkunftsländern der Belegschaft gesammelt. Darüber hinaus gab es bereits ein buntes Fest der Religionen sowie ein LMF-Lied.

Deutscher Diversity Tag: Vielfalt unternehmen

Am 30. Mai 2017 fand der 5. Deutsche Diversity Tag statt. Mehr denn je ist es 2017 an der Zeit, sich für ein erfolgreiches Miteinander in einer vielfältigen Gesellschaft einzusetzen. Bundesweiter Aktionstag für Vielfalt und ein weltoffenes Deutschland.  Die größte deutsche Wirtschaftsinitiative für Diversity Management ruft Unternehmen und Institutionen zur aktiven Beteiligung auf - über 1.300 Aktionen in allen Bundesländern. Deutschland ist bunt und vielfältig. Unter dem Motto „Vielfalt unternehmen: Wir zeigen Flagge. Vielfalt ist wichtig für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Mit ihrer Beteiligung an dem bundesweiten Aktionstag zeigen Organisationen, dass sie sich für Chancengleichheit am Arbeitsplatz einsetzen.

(Quelle:  PM 30.05.2017)

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IV. Auszeichnungen

Erstmals ausgeschrieben: Nova – Innovation Award der deutschen Zeitungen

Der BDZV schreibt erstmals den Nova – Innovation Award der deutschen Zeitungen aus. Je ein Preis wird in den Kategorien Produktinnovation, Vermarktungsinnovation und neue Geschäftsfelder vergeben. Der Preis ist nicht dotiert.

Eingereicht werden können innovative Produkte, Projekte, Konzepte, die deutsche Zeitungen seit 2016 entwickelt haben. Die Ausschreibungsunterlagen sind unter www.bdzv.de/NOVA abrufbar.

Der Nova – Innovation Award wird beim Zeitungskongress des BDZV am 19. September in Stuttgart verliehen. Der Einsendeschluss für den Wettbewerb ist der 14. Juli 2017.

Mit dem Award werden die jeweils besten Produkt-Neueinführungen gedruckt und digital, außergewöhnliche Geschäftsmodelle, kreative Strategien und Vermarktungsideen ausgezeichnet. Gewürdigt werden innovative Leistungen für Leser/Nutzer und Werbekunden ebenso wie beispielsweise die Erschließung neuer Märkte außerhalb des Kerngeschäfts der Zeitungen.

Über die Auszeichnung entscheidet eine unabhängige Jury: Meinolf Ellers (CDO, dpa), Hamburg; Dr. Florian Heinemann (Partner, Project A Ventures), Berlin; Dr. Wolfram Kiwit (Chefredakteur, Ruhr-Nachrichten), Dortmund; Rolf-Dieter Lafrenz (Partner, Schickler Unternehmensberatung), Hamburg; Larissa Pohl (Mitglied des Vorstands, Jung von Matt), Hamburg; Jörg Rheinboldt (Geschäftsführer, Axel Springer Plug and Play), Berlin; Martin Wunnike (Vorsitzender der Geschäftsführung, Mittelbayerische Zeitung), Regensburg.

Unterstützt wird der BDZV bei diesem Projekt von der Unternehmensberatung Schickler.

(Quelle: BDZV)

 

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